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Studienreise in die Anden

 

Prolog

Im April 2004 hat Nicole das  Diplom der Hotelfachschule in Luzern erworben.

Sie wünschte sich zur Ergänzung einen Studienaufenthalt in den Anden, der mit

Briefen dokumentiert wird

 


Nicole: Samstag 1.Mai 04 vor dem Flug nach New York-Bogota-Quito in Ecuador

 

1. Brief, 01.05.04

 

Hallo zusammen

Juhui die Hotelfachschule ist geschafft und morgen geht es auf die lange Reise. Das Reisefieber steigt...

Zuerst werde ich in Cuenca/Ecuador 2 Wochen zur Schule gehen. Danach reise ich mit Caroline und später Beat
während zwei Monaten vermutlich in Peru und Bolivien, bis ich Mitte Juli nochmals in Cuenca für einen Monat
zur Schule gehe. Als Abschluss reise ich über Miami zurück, wo ich zwei Wochen bleibe. Meine Rückkehr in
Zürich ist auf den 28. August geplant.

Die Adresse meiner Gastfamilie (Aufenthalt von 2.5.-15.5. und vom 11.7 - 7.8) in Cuenca lautet wie folgt:

Nicole Maissen
c/o Maria Aleja Cordero
Avda. De las Americas y los Naranjos s/n
Cuenca
Ecuador
 
Von meinen tollkühnen Abenteuern und lustigen Zwischenfällen werde ich euch ab und an berichten.

Es würde mich freuen, auch zwischendurch von euch zu hören, wie es euch geht. Am besten bin ich per E-Mail
erreichbar, mein Handy hat während vier Monaten Pause.

Liebe Grüsse
Nicole

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http://www.planetecuador.net/deutsch/infos.htm

 

Unterlagen zu Ecuador und Cuenco

 

http://users.erols.com/tinajero/rpublica.html 

 

Geschichte  von Ecuador

siehe Google Pictures unter Luis Cordero

1892     Jul. 1 - Luis Cordero Crespo asume el poder como Presidente de la República; Pablo Herrera es el Vicepresidente.  Se abre el Instituto La Salle en Quito.


Abb.1 Gemälde von  Presidente Luis Cordero

(Im 2. Brief von Nicole erwähnt)

 

 

Abb.2  Ansicht von Cuenca

 

 

Cuenca (Ecuador)

Aushängeschild kolonialer Architektur: Spanier gründeten 1557 die Bergstadt Cuenca hoch in den Anden.Encarta

© 1993-2003 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

 

 

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2. Brief  Ankunft in Cuenca, 4.05.04

 

Hallo zusammen

 

Ich bin gut in Ecuador angekommen, lernte viele freundliche Leute kennen, habe bereits meinen ersten Sonnenbrand, dafür ist es dann am Abend umso kälter, habe einiges Religiöses gelernt und wurde mit meinen spärlichen Spanischkenntnissen ins kalte Wasser geworfen. Nun aber der Reihe nach:

 

Meine 24-stuendige Reise von Zürich nach Quito verlief ohne groessere Zwischenfälle und ich schaffte sogar das Umsteigen mit Immigration in New York, obwohl ich nur eine gute Stunde Zeit hatte. Im Flug Bogota nach Quito durfte ich dann neben einem Pastor sitzen, welcher verschiedene Missionen leitet und vor allem mit Strassenkindern in Kolumbien arbeitet. Er hatte seine helle Freude an mir und gab mir sogleich komplizierte religiöse Texte zu lesen, über die er mich dann nachher abfragte. Dies gestalte sich mit meinen wenigen Spanischkenntnissen ein bisschen schwierig, worauf wir uns dann einigten, dass ich Franzoesich und er Spanisch spricht. So konnten wir uns dann über viele interessante Themen unterhalten.

 


Plaza de la independencia

 

In Quito wurde ich von Liliane abgeholt und in ein Hotel gebracht. Dies hatte meine Sprachschule organisiert. Wir fanden uns sofort, schliesslich sind die Flughafen in Quito sehr übersichtlich und schön gestaltet. Sowieso muss ich sagen, dass mir Ecuador weniger arm vorkommt, als ich es mir vorgestellt habe. Vielleicht habe ich bis jetzt zuwenig gesehen, vielleicht habe ich mir auch nur das Schlimmste (à la India) vorgestellt. Mal schauen, was ich dann in so zwei Monaten sage.

 

Am nächsten Tag habe ich mit Liliane und Mark einen Amerikaner, der etwa vierzig ist und in Florida alles verkauft hat, um ein paar Jahre Sprachen zu lernen, eine Stadtrundfahrt gemacht. Dies war ideal, da unser 40-minutiger Flug nach Cuenca erst um 16.30 Uhr ging. Lili kannte sich bestens aus und fuhr uns mit dem Privatauto an die wichtigsten Plätze und Kirchen (Plaza Grande, Plaza Santo Domingo und Plaza San Franzisco). Die Altstadt ist Unesco-Weltkulturerbe und schön. Die Kirchen sind mit lauter Gold geschmückt, so wie ich es höchstens in Spanien oder in Rom gesehen habe. Eindrücklich war vor allem auch der immense Polizeiaufmarsch. Schliesslich finden in gut einem Monat die Miss Universe-Wahlen in Ecuador statt, fuer die sie schon mal fuer die Parade probestanden. Es ist unglaublich, wie die Stadt fuer diese Wahlen zurecht gemacht wird. Neue Wege werden geschaufelt und die Stadt ist fast so sauber wie die Städte in der Schweiz. Lili behauptete zwar, es sei immer so sauber, aber ich habe da meine Zweifel. Weiter sahen wir uns etwas außerhalb der Stadt "la mitad del mundo" an, wo die Aequatorlinie verläuft.

 

Quito, "La mitad del mundo", Aequatorlinie

Es war spannend auf der Mitte der Erde zu stehen.

 

Auf dem Flug nach Cuenca lernte ich einige Schweizerinnen kennen, alle im ähnlichen Alter wie ich, welche die gleiche Sprachschule wie ich machen. Wir haben uns sofort gut verstanden und ich bin froh hier in Cuenca ein paar Kolleginnen zu haben, obwohl es für mein Spanisch nicht gerade förderlich ist.

 

In Cuenca angekommen, wurde ich von meiner Gastmutter abgeholt. Wir fuhren dann kurz nach Hause, wo ich mein Gepäck abstellte, um dann gleich weiter an ihr Familientreffen zu fahren, wo ich etwa 20 Familienmitglieder kennen lernte. Vor allem der Grossvater nahm sich meiner gleich an und erzählte mir stolz die Geschichte von Ecuador, wobei er nicht vergass zu erwähnen, dass sein Grossvater (Louis Cordero) um 1890 Präsident von Ecuador war. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich somit in einer eher besser gestellten weissen Familie gelandet bin. Viele Kinder haben in Europa und in den USA studiert und Hausangestellte (natürlich indigenas = indianische Einheimische) zu haben, ist normal. Dieser Fakt ist ein bisschen komisch fuer mich. So habe ich zum Beispiel mein Bett am Morgen bis anhin normal gemacht, bis ich gemerkt habe, dass Gloria es trotzdem nochmals macht (oder machen muss) auf einer etwas anderen Weise.

 

Neue Kathedrale mit den Abdon-Calderon Park in Cuenca, Ecuador

 

Cuenca ist ein hübsches Städtchen im Kolonialstil mit etwa 400000 Einwohnern. Es ist schön in den Anden auf ca. 2500 m gelegen, wobei es am Mittag heiss mit starker Sonneneinstrahlung ist und am Abend ziemlich kühl. Ich denke, ich werde mich hier wohlfuehlen.

 

Die Schule Estudio Sampere, in der ich bin, scheint auch nett. Sie ist gut organisiert und die Leute sind sehr hilfsbereit. Nachdem ich gestern einen Einstufungstest gemacht habe, hatte ich gestern nachmittag meine ersten Schulstunden (ich bin mit vier Schweizerinnen in einer Gruppe). Als Lehrerinnen habe ich zwei lustige und lebendige Damen, welche Lupe und Maria del Carmen heissen. Lupes Lieblingswort ist "chévere = super", welches sie in jedem zweiten Satz sagt.

 

So, das wars fuer das Erste von mir. Um zwölf habe ich Kulturstunde, in der wir viel über die Geschichte Ecuadors erfahren.

 

Liebe Gruesse

Nicole

 

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Hallo Papi

 

Die Subdomain ist sehr interessant. Habe heute morgen schon ein bisschen reingeschaut. Das Bild von Cuenca ist sehr schoen.

 

Heute machen wir einen Ausflug mit der Schule nach Ingapirca. Dort hat es die einzigen erhaltenen Inkastaetten von Ecuador. Am Sonntag Abend werde ich euch anrufen.

 

Liebe Gruesse

Nicole

http://www.cuencanet.com/ingapirca/indexe.htm

 

Homepage zu ingapirca

 

http://www.bespolka.com/bespolka%20web%20site/Home%20Page/index%20-%20South%20America.htm

 


Marktszene Gualaceo

 

 

3. Brief, 13.05.04

 

Holá!

 

Seit über 10 Tagen befinde ich mich nun in Cuenca und meine erste Schulzeit neigt sich dem Ende zu. Am Samstag treffe ich in Riobamba (6h entfernt) meine alten Therikolleginnen Martha und Caroline. Am Sonntag werden wir zusammen die berühmte Zugfahrt "el narriz del diablo" machen und danach gemeinsam nach Loja (im Süden Ecuadors) reisen, wo die beiden in Projekten mithalfen.

 

Von Cuenca und seiner Umgebung konnte ich einiges sehen. Die Schule organisiert neben dem normalen Lehrplan, Salsaunterricht, Kochlektionen und Ausflüge in die nähere Umgebung.

 


Ingapirca, die am besten erhaltene Inkastätte

 

Letzten Samstag waren wir in Ingapirca, wo die am besten erhaltenen Inkastaetten von Ecuador sind. Wir hatten einen guten Führer, der die doch eher ziemlich abgebauten (die Einheimischen haben die Steine für den Haueserbau abgetragen) Ruinen wett machte. Für das erste Mal war ich nun auch auf 3600m, was sich bei einer kleinen Wanderung bemerkbar machte.

 

Am Sonntag sind wir (fünf Mädels aus der Schweiz) an farbenfrohe Märkte gegangen, welche gut eine Stunde von Cuenca entfernt sind.

Es hatte keine Touristen und wir waren eine ziemliche Attraktion. Dafür gab es viel Interessantes zu sehen: Gebratene Schweine und Meerschweinchen (ein lebendiges kostet ca.5$, Puuhh....), viel ungekühltes Fleisch (wenn ich da an meine unzähligen Hygienestunden an der SHL denke), exotische Früchte und Gemüse und natürlich die ganze traditionell gekleidetete indianische Bevölkerung.

 

In meiner Gastfamilie hat es mir gut gefallen. Sie sind beide sehr nett und da meine Gastmutter eine begeisterte Köchin ist, kam auch mein Gaumen nicht zu kurz. Als Entgelt wollte sie dann immer neue Rezepte aus Europa erfahren, die ich mit Ach und Krach ins Spanische übersetzen musste. Das Vollkornbrot, welches wir danach backten, war dafür ziemlich gut. Am 18. Juli werde ich für einen Monat in diese Familie zurückkommen. Ich habe die Schule um eine Woche nach hinten verschoben, um auf die Galapagos gehen zu können. Zum Glück habe ich diesen teuren Spass jetzt schon gebucht. Juli und August sind Hochsaison und ich habe einen der letzten Plätze für einen 8-taegigen Trip auf einem Boot ergattert.

 

Mein Spanisch hat Fortschritte gemacht und ich habe mit Erfolg die erste Prüfung an der Schule absolviert. Nun habe ich anscheinend Ueberlebenskenntnisse. Da bin ich ja froh...

 

Ich wünsche euch in der kalten Schweiz alles Gute. Wir haben hier schön Sonne und am Mittag kann ich in den Sandalen und im T-Shirt rumlaufen.

 

Un abrazo muy fuerte,

Nicole

 


Marktszene in Gualaceo

 

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Sendung vom 6. Juli 1999

Ecuador - Auf Abenteuerfahrt in den Anden

Eisenbahn in EcuadorDie bizarren und nicht immer ungefährlichen Erfahrungen während der Dreharbeiten in der ecuadorianischen Schienenwelt haben in diesem Film ihren Niederschlag gefunden. Entstanden ist eine einmalige Reportage. Machen Sie sich gefaßt auf Dampfzug-Schaukelfahrten dicht entlang an Abgründen bis hinauf in über 3.000 Meter Höhe. Die berühmte Teufelsnase mit ihren bekannten Spitzkehren können Sie genauso ausgiebig erleben wie die Mitfahrt auf dem Führerstand der mit Donnergetöse schuftenden uralten Maschinen, mehrere Entgleisungen und natürlich die tolle Hochgebirgslandschaft der Anden. Ein aktionsgeladener Bericht aus einer anderen Eisenbahnwelt.

 

Eisenbahn in Ecuador
Weitere Informationen:

Ecuador verlangt bis zu einer Aufenthaltszeit von 90 Tagen kein Visum, aber einen mindestens noch sechs Monate gültigen Reisepass.

 

Impfungen werden für die Einreise nicht verlangt, aber dringend empfohlen (v.a. Hepatitis A, Thyphus sowie Malariaprophylaxe). Besuchen Sie vor Reiseantritt auf jeden Fall Ihren Hausarzt. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin an der Universität Hamburg bietet für 30 Mark eine detaillierte reisemedizinische Beratung an:

  • Bernhard-Nocht-Institut
    Reisemedizinische Beratung
    Berhard-Nocht-Str. 74
    20359 Hamburg
    Tel. (0 40) 3 19 20 77
    Fax (0 40) 42 81 83 40
    Internet: www.bni.uni-hamburg.de


Reiseveranstalter:

Einer der auf Ecuador spezialisierten Reiseveranstalter in Deutschland ist die Frobeen Erlebnisreisen GmbH. Frobeen bietet sowohl Pauschalreisen ab Deutschland als auch Andenzugfahrten an, die je nach Reisedauer ab 430 Mark (zwei Tage/eine Nacht inklusive Zugticket, Übernachtung, Verpflegung und Reiseleitung) bzw. ab 970 Mark (vier Tage/drei Nächte inklusive Zugticket, Übernachtung, Verpflegung und Reiseleitung) gebucht werden können. Einen kostenlosen Katalog, der auch landeskundliche Informationen enthält, können Sie anfordern bei:

 

Eisenbahn in Ecuador

 

 

 

Reiseliteratur:

  • Ecuador
    APA Guides. 1998
    ISBN 3-8268-2469-5
    Preis: 39,90 Mark
  • Peter von Korneffel
    Ecuador
    Verlag Mai. 1999
    ISBN 3-87936-243-2
    Preis: 49,80 Mark
  • Ecuador
    Polyglott. 1997
    ISBN 3-493-62943-5
    Preis: 14,90 Mark
  • Ecuador/Galapagos
    Marco Polo
    Mairs Geographischer Verlag. 1998
    ISBN 3-89525-630-7
    Preis: 14,80 Mark
  • Wolfgang Falkenberg
    Ecuador & Galapagos
    Reise Know-how. 1998
    ISBN 3-89662-055-X
    Preis: 44,80 Mark
  • Wolfgang Falkenberg
    Spanisch für Ecuador
    Reise Know-how. 1998
    ISBN 3-89416-297-X
    Preis: 14,80 Mark
  • Volker Feser
    Ecuador
    Verlag M. Müller. Erlangen 1998
    ISBN 3-932410-12-2
    Preis: 44,80 Mark
  • Gesine Froese
    Kolumbien - Ecuador
    DuMont. 1998
    ISBN 3-7701-4450-3
    Preis: 39,80 Mark
  • Lieselotte Kammler
    Ecuador mit Galapagos-Inseln
    Hayit Edition: Preiswert reisen
    Rutsker. 1998
    ISBN 3-89607-451-2
    Preis: 29,80 Mark


Reiselektüre:

  • Erna v. Brandenberg
    Cuentos hispanoamericanos
    Erzählungen aus Spanisch-Amerika
    Ecuador

    dtv - zweisprachig. 1992
    ISBN 3-423-09289-0
    Preis: 15,90 Mark


Link:

Diesen Film können Sie in einer 70-Minuten-Langfassung bei DESTI Medien bestellen:

„Dampfabenteuer in Ecuador“

  • Laufzeit ca. 70 Minuten
    Bestellnummer: EV 45
    Preis: 69 Mark
    (zuzüglich 6 Mark für Porto und Verpackung)

Vertrieb:

  • DESTI Medien
    Postfach 111
    74179 Obersulm
    Tel. (0 71 34) 1 42 94 oder
    Tel. (0 71 34) 2 33 33
    Fax (0 71 34) 42 80
    Internet: www.desti.de

(Der WDR ist nicht verantwortlich für den Inhalt externer Internetseiten.)



Dieser Text gibt den Inhalt des Beitrags der Sendung Welt der Eisenbahnen vom
6. Juli 1999 wieder. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

- Alle Angaben ohne Gewähr -

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4. Brief, Mai 2004

 

Hallo allerseits

 

Am Wochenende bin ich wie erwähnt nach Riobamba gefahren, um Martha und Caro zu treffen. Die sechs Stunden Busfahrt verbrachte ich in einem bequemen Bus und mit verschiedenen Jean-Claude van Damme - Filmen. Zu sehen, dass die Passagiere DVD's in den Bussen schauen können, war neu für mich. Das hatte ich noch in keinem Land erlebt. Es kann aber ganz schön nerven, wenn der Film schlecht ist oder wenn man von Kickboxen und Kanonenfeuer genug hat.

 

Es war toll die beiden Mädels wieder zu treffen und wir fühlten uns sogleich in alte Therizeiten versetzt. Dass die beiden die Gewohnheiten Ecuadors schon gut kennen, macht das Reisen ziemlich angenehm und mit mehreren Personen fühlt man sich doch gleich etwas sicherer.

 

Zugfahrt  "La nariz del diabolo"

 

Am Sonntag wollten wir dann die berühmte Zugfahrt von Riobamba nach Alausi und Simbabwe machen. Die ganze Fahrt dauert ca. 6h, aber leider waren die ersten 5h durch eine amerikanische Reisegruppe ausgebucht, sodass wir mit dem Bus nach Alausi fuhren und nur noch eine Stunde (dafür den berühmtesten Abschnitt la nariz del diabolo) machen konnten. Es war eine ziemliche Touristenfalle, teuer und mit der bekannten südamerikanischen Organisation, aber es hat sich doch gelohnt, auf dem Dach eines Zuges zu sitzen, die Beine in der Luft zu haben und während der steilen Zugfahrt die Landschaft zu bewundern.

 

Später sind wir dann nach Loja im Süden Ecuadors gefahren, wo Martha weiter in ihrem Entwicklungsprojekt arbeitet, die beiden Abschied nehmen von den Leuten, die sie hier kennengelernt haben und ich mich etwas umschauen kann. Logieren können wir beim Chef des Projektes,  seiner Familie und dem etwas dummen Hund "Lucky". Das Projekt "Biocorp" in dem die beiden gearbeitet haben, scheint gut und wenn ich möchte, könnte ich hier gleich (natürlich unentgeltlich) mitarbeiten. Loja ist ein schönes kleines Städtchen und wir nehmen es hier ziemlich gemütlich. Schliesslich haben wir jetzt Ferien! Gestern sind wir nach Vilcabamba gefahren, wo laut der Legende das Klima so toll ist, dass die Leute außerordentlich alt werden. Wir haben dort zwar eher junge Touristen getroffen, dafür ist die Luft ohne Abgase wirklich gut und in einem kleinen Wellness-Hotel haben wir es uns gut gehen lassen.

 

Caro und ich haben mittlerweile auch die erste Etappe unserer Reise organisiert. Morgen Abend nehmen wir einen Nachtbus (15h) nach Trujillo. Dies ist eine der groesseren Städte im Norden Perus. Es gibt dort einiges Kulturelles zu sehen, das Nachtleben soll am Wochenende ordentlich sein und der Strand ist auch nicht weit.

 

Liebe Grüsse

Nicole

 

4.Brief, 27.05.04

 

Hallo zusammen

 

Bevor wir morgen auf ein viertägiges Trekking gehen, melde ich mich wieder einmal mit unseren neusten Erlebnissen. Mein letzter Bericht erzählte hauptsächlich von den Tagen in Loja. Nun, am Tag bevor Caro und ich nach Peru fuhren, besuchte ich noch mit Martha die verschiedenen Ofen, welche sie mit den Einheimischen gebaut hatte, damit diese ihre Keramik, welche sie verkaufen, effizienter brennen können. Es war spannend, in die abgelegen ärmlichen Bauerndörfer zu fahren und sich vorzustellen, mit welchen Schwierigkeiten die beiden wahrend ihrer Projektzeit zu kämpfen hatten. Am Abend organisierten Martha und ich für einen Ofen eine Stahlröhre, welche später den Kamin bilden sollte und transportierten sie im Lokalbus. Wir beiden ausländischen chicas waren mit unserem 2m-Rohr wohl ziemlich lustig anzusehen. Leider war die Fahrt dann aber nicht sehr amüsant, da eine Frau einen schlimmen Unfall erlitt. In Loja sind die Bustüren riesig und immer offen; wenn der Bus abrupt hält, kann es somit gefährlich werden. Dies war dann auch was geschah. Eine Frau konnte sich beim Aussteigen nicht halten und fiel auf die Strasse. Wir waren ziemlich besorgt und entsetzt über den Zwischenfall, haben dann aber vernommen, dass es sogar in Ecuador Versicherungen (des Busses) gibt, die einen solchen Unfall bezahlen; zum Glück!


Bauerndorf in Cera, wo Caro und Martha in einem Entwicklungsprojekt tätig waren

 

Am Abend haben Caro und ich uns dann auf die lange Fahrt nach Trujillo gemacht. Die Grenze haben wir ohne Probleme während der Nacht passiert. Als ich frühmorgens im Bus erwachte und aus dem Fenster schaute, hatte ich zuerst einen Schock: Die Landschaft war scheusslich, wüstenähnlich aber mit so komischen Sträuchern und es hatte überall verstreuten Abfall, wie wenn man ihn mit einem Flugzeug fein säuberlich verteilt hätte. Nichts war kultiviert und es hatte keine Zivilisation. Dies dauerte dann eine Zeitlang so an, bis ich die ersten verfallen Dörfer entdeckte. Peru ist um einiges ärmer als Ecuador und ich schätze ich habe auf dieser Busfahrt einen kleinen Kulturschock erlebt. Mittlerweile ist es besser; wir haben nun auch schöne Orte gesehen, aber die ganze Ungerechtigkeit kann einem schon ganz schön beschäftigen. Obwohl Peru oder vielleicht gerade weil es ärmer ist, sind die Leute äusserst freundlich hier und sehr hilfsbereit. Nach dem oft schlechten Service (vor allem in den Restaurants) in Ecuador ist dies eine willkommene Abwechslung. Übrigens geniesst die Schweiz einen sehr guten Ruf hier in den Anden. Wir seien nett und sehr gastfreundlich ( tut gut, nicht?).

 

Trujillo, unserer ersten Destination in Peru, bietet einiges. Es ist eine herzige Stadt, in denen es Ruinen aus zwei verschiedenen Epochen zu besichtigen gibt. Wie immer genoss ich es in alten Gemäuern zu laufen und mir vorzustellen, wie die Leute gelebt haben. Ebenso gibt es einen netten Strand in der Nähe der Stadt, wo es coole Strandpromerade gibt und wir herrlichen Fisch assen.

 


Überreste der Chan-Chan Kultur in der Nähe von Trujillo

 

Unsere zweite Destination, in der wir mittlerweile sind, ist Huaraz. Dies ist eine berühmte Trekkingdestination auf 3000m über Meer, welche inmitten zweier imposanten Bergketten liegt. Die Aussicht ist fantastisch und ich fühle mich fast wie in der Schweiz. Die Stadt ist sehr gemütlich und wir fühlen uns sehr wohl. Auf unserer Reise haben wir verschiedene Kontakte mit anderen travellern geschlossen. Es ist immer interessant Leute aus verschiedenen Kulturen zu treffen und einige Zeit mit ihnen zu verbringen. Als wir unser Trekking organisierten, hatten wir allerdings schon unseren ersten Zwischenfall und aus sechs Leuten, die zusammen gehen wollten, wurden es dann nur noch drei. Nun, Caro, ich und Gijs (ein Holländer, den ich von Cuenca her kenne) werden uns morgen auf diese intensive Tour wagen. Ich hoffe mal es wird nicht zu kalt werden und dass ich die Höhe gut vertrage. Die ersten Tage hatte ich nämlich einige Probleme damit und litt unter Unwohlsein und Kopfschmerzen.

 

Un abrazo,

Nicole

 

 

http://www.aceinternationaltravel.com/about_huarez.htm

 

 

 

 

 

 

Lima

Cusco

Huaraz

ICA

Arequipa

Amazing North Peru

Iquitos

Ecotourism (Southeast Rainforest Reserves)


 

 

 

Park Of Huascaran

HUARAZ

Altitude: 3,053 meters (10,000 feet) a.m.s.l.

Distance: 400 km (248 miles) from Lima

The town of Huaraz is located in the southern end of the well-known "Callejon de Huaylas". A paved highway that allows an easy access from Lima (8 hours).

Before reaching Huaylas, and from Catac to Huallanca, pass by typical villages of Recuay, Aija, Marcara, Carhuaz, Mancos and Yungay, all a good change to get in touch with nature and great regional culture and folklore.

Throughout history, the Callejon de Huaylas has been the center of a large culture succession, thus leaving peculiar traces in pottery and lithic architecture and sculpture. The area homes archaeological sites such as the "chullpas" (barrows) of Willcahuay and Honcopampa, the tomb of Janku and Huallac, Kekamarca and Keyash.

Huaraz Chavin

Chavin

Not to distant from the Callejon the Huaylas, is the Callejon de Conchucos, and the archaeological Complex of Chavin near the town of Chavin de Huantar. This site can be reached by a 74 km (45.9 miles) road from the village of Catac. Located at the highest point of the Callejon, one can be embraced by wonderful scenery of the lagoon of Querococha (excellent for sport fishing) and the tunnel of Cahuish, right before descending to the narrow valley of the Mosna river.

The Archaeological complex was built here three thousand years ago, and remains as one of the most important cultural-religious centers of the Western Hemisphere. A trace of is architecture is the most awe-inspiring stone labyrinthine castle, a mysterious construction of narrow alleys crowded with enigmatic forms in carved stone, named the "cabezas clavas", sculpted portraying fierce faces. Here, English guided visits are the norm.

Huascaran National Park:

Huaraz Puyas de Raymondi

Established in 1975 to protect and preserve the flora, fauna, geological properties, archaeological sites and the landscape beauty of the White Mountain Range. It comprises not only of the adjacent zone of the Huascaran snowfall but also the entire White Mountain Range above 4,000 meters (13,120 feet) a.m.s.l., This area, excepting the Champara peak, on the north side add up to a total of 3,400 km2 (1,312 sq miles). The protected area's boundaries are indicated with orange-PNH-letters signposts, wherever a road or path enters the park.

Adventure Tourism:

The Callejon de Huaylas is a special place for non-conventional tourism, in particular for adventure sports. The Mountaineering Week in July is a tourist festival presenting shows, competitions and entertainment for everyone.

1. Mountaineering in the Andes

The peaks of the Cordillera Blanca (White Mountain Range) represent one of the most attractive mount climbing goals in the world.

Hiking trails range from few-hour of moderate hiking over easy peaks for less experienced excursionist, as well as virgin trails with rock and ice vertical flanks on out-of the-beaten peaks for expert mountaineers.

2. Hiking and Mountain Biking

Starting out from the towns in the Callejon de Huaylas and towards the snow-capped range, the tourist may engage in hiking, trekking and mountain biking along 100 km (62 mile) pre-columbian trails and paths, open almost all year long. However, the best season is from April to November. The trip (ranging from one day to three weeks) takes you through sites of great breath-taking beauty varied Andean flora, awe-inspiring peaks, deep canyons, archaeological remains and typical villages.

3. White water rafting

The Santa River runs northwards through lovely countryside against imposing mountains and through picturesque villages loaded with history.

The Santa River is very popular among Peruvian rafters because it is easy to reach; safe and of low cost to the excursionist. No experience is needed. The Anta - Caraz section is popular, although other segments may be included in the packages. Season runs from May to October, but during July and August the river level might be low.

 

 

 

© 2001, Ace International

 

 

Hermann Eberhard Löhnis
Die Tücken des Maultiers
Eine lange Reise durch Südamerika 1850–1853

Herausgegeben von Kurt Graf und Paul Hugger

2000, 420 Seiten, etwa 50 Illustrationen, broschiert
ISBN 3-85791-309-6

Das volkskundliche Taschenbuch 21

 

Rd_tri.gif (202 Byte)Die Herausgeber

Rd_tri.gif (202 Byte)Zum Buch

Rd_tri.gif (202 Byte)Text

Rd_tri.gif (202 Byte)Stimmen

 

Kurze Inhaltsangabe

Durch die Anden reiten

Vier Jahre bereist Hermann E. Löhnis um die Mitte des 19. Jahrhunderts Südamerika.

Zunächst arbeitet er einige Monate in einem Kontor in Buenos Aires. Dann macht er sich auf eine strapaziöse und oft gefahrvolle Reise, die ihn um das Kap Horn und durch den ganzen Kontinent über die Hochländer der Anden bis nach Panama führen wird. Weite Strecken legt er auf dem Rücken des Maultiers zurück, bergauf, bergab, hinunter in tiefe Schluchten und über reissende Ströme. Bei allen Entbehrungen bleibt Löhnis ein scharfer Beobachter. Sein Blick richtet sich nicht nur auf die wirtschaftlichen Verhältnisse der jungen Republiken. Löhnis berichtet auch eingehend über die politischen und sozialen Zustände, die Begegnung mit Menschen und von grossartigen Landschaften. So schildert er eindrücklich die Gewaltherrschaft des Präsidenten José Manuel Rosas in Argentinien, der sich als Prototyp moderner Diktatoren erweist, mit vollkommener Willkür, Korruption, Denunziation und Gesinnungsheuchelei. Löhnis bietet ein fesselndes Bild vom Leben in einem Kontinent, dessen Staaten die Kolonialherrschaft abgeschüttelt hatten und vor dem Umbruch zur Moderne standen.

Die Herausgeber: Kurt Graf, geboren 1944, Titularprofessor am Geographischen Institut der Universität Zürich, bereist Bolivien seit vielen Jahren für vegetations- und klimageschichtliche Studien. Paul Hugger, Prof. Dr. phil., em. Ordinarius für Volkskunde an der Universität Zürich, Forschungsgebiete: Altes Handwerk, Hirtenkulturen, Fotografie als Medium des Alltags, Stadtvolkskunde.

oben

 

Text

Inhalt

Paul Hugger
Hermann Löhnis – ein unermüdlicher Kundschafter in der Neuen Welt

Kurt Graf
Ein anschauliches Dokument des langen Weges der südamerikanischen Staaten zur eigenen Identität

Hermann Eberhard Löhnis

Süd America Reise
Notizen aus den Jahren 1850–1852

Teil I

Von Le Havre nach Buenos Aires (1850)

Alltag in Buenos Aires (1850)

Politische und wirtschaftliche Nachrichten.

Rosas’ Diktatur (1851)

Vom Kampf der Opposition gegen Rosas. Die kriegerischen

Wirren im benachbarten Uruguay

Die Geschichte der La Plata-Staaten. Eine Übersicht seit der Entdeckung und eine Chronik der aktuellen Ereignisse.

Höhepunkt und Zerfall der Diktatur Rosas

 

Teil II

Von Montevideo um das Kap Hoorn nach Valparaiso (1852)

Ein Blick auf Chiles Geschichte und die aktuellen Zustände

Valdivia und das Einwanderungsproblem

Weiterreise nach Lima (Mai 1852). Warnung an deutscheAuswanderer

Von Callao nach Quito (Juni 1852)

Notizen über Ecuador und General Flores

Durchs Hochgebirge nach Bogotá (August 1852)

Tabakanbau in der Region von Honda und die Silberminen von Santa Ana. Chinin

Auf dem Magdalena-Strom nach Santa Marta (September 1852)

Ankunft in Pánama und Überquerung des Isthmus

(September 1852). Geplante Weiterreise nach México undCalifornien

Politische und wirtschaftliche Zustände in Kolumbien

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Pressestimmen / Rezensionen

Rd_tri.gif (202 Byte) Neue Zürcher Zeitung vom 21. Februar 2001

 

 

 

Südamerika vor 150 Jahren

Ein Reisebericht von Hermann Eberhard Löhnis

Es gilt einen Reisebericht anzuzeigen, der eineinhalb Jahrhunderte lang verschollen war. Und es gilt mit Verblüffung festzustellen, dass an den Unzulänglichkeiten des menschlichen Verhaltens wie der Verhältnisse dortzulande sich in dieser Zeit nicht viel geändert hat. Die Rede ist von der «Süd America Reise», die Hermann Eberhard Löhnis in den Jahren 1850-1852 unter grossen Strapazen unternommen und in sogenannten Briefen beschrieben hat. Wer Löhnis war, für wen er seine ausführlichen «Notizen» machte, in wessen Auftrag er reiste, das alles wussten die Herausgeber nicht, als sie die vor Jahren zufällig bei einer Hausratsliquidation in Lausanne gefundenen 236 engbeschriebenen Folioblätter gelesen hatten. Paul Hugger, der emeritierte Volkskundler an der Universität Zürich, musste mühsam recherchieren, um herauszufinden, dass Löhnis Rheinländer war, Sohn eines Gutsherrn auf Burg Rheindorf bei Bonn, der später in Köln ein Handelshaus führte.

Unser Autor, ebenfalls Kaufmann, interessierte sich offensichtlich für die neuen Exportmärkte in Übersee und für Auswanderungsfragen. Er hat sich später in New York und danach in London niedergelassen. Es sind weitere Erkundungsbücher von ihm bekannt: über die Vereinigten Staaten (1864/1869) und über die Levante (1882). Der farbigste, auch auf landschaftliche Schönheiten, auf das Klima, auf die sozialen und die politischen Zustände eingehende Bericht ist der hier erstmals in Zürich publizierte. Angesichts des bis in die 1920er Jahre überwiegenden Interesses an wirtschaftlicher Information über Lateinamerika ist es unerklärlich, weshalb dieser sensationelle, aus hautnaher Erfahrung entstandene Bericht bis heute nie veröffentlicht wurde. Er ist tatsächlich «ein anschauliches Dokument des langen Weges der südamerikanischen Staaten zur eigenen Identität», wie der andere Mitherausgeber, der Geograph Kurt Graf, sein Vorwort überschreibt.

Fast drei Jahre hat Löhnis' Reise gedauert, allein schon die auch nautisch gut beschriebene Segelfahrt von Le Havre nach Buenos Aires 54 Tage. Bei seinem langen Aufenthalt in Argentinien - 16 Monate - hat Löhnis sich erstaunliche Kenntnisse über die Geschichte des Landes und Einblicke in die politische Lage während der Diktatur Rosas' erworben. Dank seiner Gabe, wichtige Kontakte zu knüpfen, auch mittels einer Stafette von Empfehlungsschreiben, hat er immer wieder die richtigen Gesprächspartner gefunden. So konnte er seine Reise prompt an Bord einer Fregatte der holländischen Marine fortsetzen. Um das Kap Horn herum kam er so bis Valparaiso. Erstmals lernt er auf dem Weg nach Santiago die im Buchtitel verkündeten «Tücken des Maultiers» kennen. Ein ganzes Kapitel über die deutschen Einwanderer in Valdivia deckt den Schwindel gewisser beim Namen genannter Agenten in Deutschland und Chile auf. Im Mai 1852 reist Löhnis auf einem englischen Dampfer nordwärts weiter bis Lima und macht auch dort, gemessen an der Kürze seines Aufenthaltes, erstaunlich präzise Notizen über Land und Leute. Auf einem Küstenfahrer gelangt er über zahlreiche Stationen nach Guayaquil und - fortan auf dem Landweg - nach Quito. Die beschwerlichen Ritte durch das Hochgebirge nach Bogotá hindern ihn nicht, andauernd Historisches, Politisches und Wirtschaftliches aufzuschreiben.

Die Energie dieses reitenden Reporters muss unerschöpflich gewesen sein. Die Silberminen Kolumbiens, die Flussfahrt auf dem Río Magdalena, dann die mühselige Überquerung des Isthmus von Panama, der damals noch zu Kolumbien gehörte, das sind die weiteren Stationen. Von der Reise nach Mexiko und Kalifornien wurden nur noch die Pläne notiert. Der letzte Brief handelt von den politischen und wirtschaftlichen Zuständen in Kolumbien, von der «Untauglichkeit der Bewohner», und der Leser stellt erschüttert fest, wie zutreffend Löhnis für dieses Land jene traurige Zukunft voraussah, die inzwischen Vergangenheit und Gegenwart ist. Eine lesenswerte Publikation, nicht nur für Lateinamerika-Historiker, auch für Trekking-Liebhaber.

Gustav Siebenmann
© Neue Zürcher Zeitung

Neue Zürcher Zeitung vom 21. Februar 2001