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La Paz

 

BOLIVIA - A Country Study

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165

Bolivia (Grenzen, Gebirge, Flüsse).

(Code Boliviano) aufdrang, in Kolumbien die Preßfreiheit unterdrückte und die Klosterschulen wiederherstellte, so beschuldigte man ihn monarchischer Gelüste und warf ihm vor, er wolle Napoleons I. Rolle spielen. Peru erklärte sogar dem Diktator von Kolumbien den Krieg, und als B. an die Grenze zog, kam
es in Caracas 25. Nov. 1829 zum Aufstand; Venezuela sagte sich von ihm und von der kolumbischen Union los. Daraus erhielt B. von dem im Januar 1830 zu Bogotá versammelten Nationalkongreß die verlangte Entlassung; zugleich wurde ihm ein Jahrgeld von 30, 000 Piaster ausgesetzt und der Dank der Nation dargebracht. Er reiste im November nach Santa Marta und starb hier 10. Dez. 1830 mit dem Ausruf: "Eintracht! Eintracht; sonst wird uns die Hyder der Zwietracht verderben!" B. war kühn und unternehmend, uneigennützig, wie er denn sein Vermögen
für das Vaterland hingab und für die Anklage, daß
er die Freiheit seinem Ehrgeiz habe zum Opfer bringen wollen, wenigstens keine Beweise vorliegen. 1832 ward nach dem Beschluß des Kongresses von Neugranada Bolivars Asche mit großen Feierlichkeiten von Santa Marta nach seiner Vaterstadt Caracas gebracht und hier dem Andenken des Befreiers ein Triumphbogen errichtet.
Vgl. "Coleccion de documentos relativos a la vida publica de Libertador de Colombia y de Peru, Simon B. " (Caracas 1826 ff., 22 Bde. ); "Correspondencia general de Libertador Simon B. etc. " (hrsg. von Larrazabel, 2. Aufl., New York
1866, 2 Bde. ); Larrazabel, Life of Simon B. (das. 1866); Rojas, Simon B. (Madr. 1883).
Bolivia (s. Karte "Argentinische Republik etc. "),
eine der aus den spanischen Provinzen Südamerikas hervorgegangenen Republiken, die das Gebiet der frühern spanischen Audiencia Charcas einnimmt und lange Zeit mit dem freilich nicht geeigneten Namen
Hochperu bezeichnet wurde, liegt zwischen 10° 15' bis 26° 30' südl. Br. und 58° bis 68° westl. L. v. Gr. Nach Art. 2 des 4. April 1884 zwischen Chile und B. zu Santiago aus unbestimmte Dauer abgeschlossenen Waffenstillstandsvertrags ist indessen sur die Zeit der Gültigkeit des Vertrags das gesamte westlich der Küsten-
kordillere gelegene und im N. vom Loa begrenzte Gebiet der bisherigen Provincia Litoral Bolivias der chilenischen Regierung unterstellt worden. Die Grenze zwischen dem neuerworbenen Nordteil Chiles und B. wird nach jenem Vertrag durch eine Linie gebildet, welche, im S. von Sapalega ausgehend, dem . Kamm der Andes folgend, zum Vulkan Lincancaur, von da zum Gipfel des erloschenen Vulkans Cavana und weiter zu dem See Azcotan führt und sich, diesen
der Länge nach durchschneidend, zum Gipfel des Vulkans Allagua fortsetzt, um sich hier an die alte Grenzlinie zwischen dem gegenwärtig auch von Chile besetzten Südperu und B. anzuschließen. Durch die auf Grund dieses Vertrags erfolgte Abtretung der Litoralprovinz Atacama an Chile vom Meer abgeschlossen und hinter die Küstenkordillere zurückgedrängt, wird B. jetzt im N. und O. von Brasilien, im
S. von Paraguay und Argentinien, im W. von Chile und Peru umschlossen und hat innerhalb dieser Grenzen ein Areal von 1, 247, 040 qkm (22, 647, 3 QM. ). [Physische Beschaffenheit. ] B. ist das höchste und gebirgsreichste Land Amerikas, es umfaßt der Hauptsache nach die gewaltige Verbreiterung des Andes-
systems, das sich durch das Auftreten zweier Hauptkettensysteme mit zwischengelagerten, langgestreckten Hochebenen charakterisiert. Die westliche dieser beiden Hauptketten ist die sogen. Küstenkordillere, welche von 17° südl. Br. an zuerst die Grenze des Landes ent-
lang zieht, so daß nur der östliche Teil derselben B.
angehört, von 21° an die Gestalt einer mächtigen Doppelgebirgskette annimmt (die Kordillere von Sililica im O. und von Huatacondo im W. ) und südlich von 22° sich zu einem öden Plateaurücken von 4250 bis 4500 m Höhe verbreitert, über den sich einzelne vulkanische Berge zerstreut erheben. Einige von diesen sind noch thätig; die höchsten bilden unter 18-19°
südl. Br. eine Gruppe (Sahama 6415 m, Gualasieri,
Pomarape, Parinacota). Die mittlere Höhe der Küstenkordillere beträgt gegen 4500 m; von den Pässen ist der von Azcotan der niedrigste. Ganz anders ist die östliche Kordillere gebildet. Ihr fehlen die in der Küstenkordillere so vorherrschenden jungvulkanischen Gesteinsmassen; altsedimentäre Formationen setzen sie namentlich zusammen. Sie wird in ihrem höchsten, nördlichen Teil die Königskordillere (Cordillera Real) genannt. Eine Reihe zackiger, mit Eis und Schnee bedeckter Gipfel überragen die mächtige Gebirgskette, darunter die Vulkane Nevado de
Sorata oder Illampu (6550 m) und Illimani südöstlich von La Paz (6400 m). Weiter im S. ist das Hoch-
gebirge niedriger, die höchsten Spitzen erheben sich nur
noch bis zur Höhe von 4620 -4800 m und tragen
nicht mehr ewigen Schnee, da die Schneegrenze hier
erst in 5200 m liegt. Das Land, das von diesen bei-
den Gebirgsmassen eingeschlossen wird, ist eine große, hoch gelegene Ebene, die Hochebene von B. oder von Oruro, die sich bei einer Breite von 110 - 220 km
von 15-22° südl. Br. hinzieht und 82, 500 qkm
(gegen 1500 QM. ) Flächeninhalt und eine durchschnittliche Höhe von 4000 m hat. Sie zerfällt in
zwei Teile. Der nördliche enthält an seinem Nordende den Titicacasee (3824 m) sowie viele nicht unfruchtbare und gut bewässerte Thäler und ist der am meisten bewohnte. Der Teil im S. der die Scheide bildenden, von NW. gegen SO. verlaufenden Kordillere von Llicatahua ist bis auf einzelne isolierte Berge und Ketten völlig eben und im ganzen eine wasserlose, unfruchtbare Wüste (los desertos de Lipes). Das Wasser ist in dem mit Salz geschwängerten Boden dieser Wüsten salzig; die von den Bergen fließenden Ströme versiegen bald im Sand oder enden in großen Becken, die nur zur Regenzeit mit Salzwasser gefüllt sind. Während im N. die Königskordillere sich steil und unvermittelt zu der Tiefebene des Amazonasbeckens hinabsenkt, schließt sich weiter nach S. an den östlichen Rand der östlichen Kordillere ein Stufenland, das den Abfall zu den Tiefebenen des Innern bildet. Es beginnt im N. mit der Kordillere von Cochabamba, die von dem Südende der Königskordillere gegen O. zieht und sich !
 später in die Tiefebene verliert. An ihren Südabhang schließt sich jenes Stufenland, das südlicher am rechten Ufer des Rio Vermejo mit dem ganz ähnlichen der Argentinischen Konföderation zusammenhängt und aus einer Reihe von großenteils in der Richtung der östlichen Kordillere ziehenden Ketten besteht (Kordilleren von Liqui, Tacsara, Padilla etc. ), die nach O. an Höhe abnehmen und schöne, fruchtbare und wohlbewässerte Thäler umschließen, welche zu den reichsten Gegenden von B. gehören. Daran endlich schließen sich Tiefebenen an, die im N. am Abhang der Kordillere von Cochabamba (die Ebenen von Mojos und Chiquitos) den Charakter des Tieflandes des Amazonenstroms, im SO. (die Ebenen der Provinz Cordillera und des Gran Chaco oriental) den der Pampas des La Plata- Gebiets besitzen.
Die Flüsse von B. sind nur in den östlichen Teilen besser und günstiger entwickelt. In der Hochebene

 

 

 

 

Bolivianische Panflöte

Auf die musikalische Tradition der Inka geht die Panflöte zurück, die in den Andenstaaten Peru, Ecuador oder Bolivien, der Heimat dieser „Sicuriada“, gespielt wird.

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Bolivien

1

 

EINLEITUNG

Bolivien, Republik in Südamerika, die im Norden und Osten an Brasilien, im Süden an Paraguay und Argentinien und im Westen an Chile und Peru grenzt.

Bolivien ist neben Paraguay der einzige Binnenstaat Südamerikas. Das fünftgrößte Land Südamerikas (nach Brasilien, Argentinien, Peru und Kolumbien) erstreckt sich von Norden nach Süden über eine Länge von 1 530 Kilometern, von Osten nach Westen ist es 1 450 Kilometer lang. Die Fläche beträgt 1 098 581 Quadratkilometer. Die verfassungsmäßige Hauptstadt ist Sucre, der Regierungssitz liegt in La Paz.

2

 

LAND

Bolivien hat im Westen Anteil an den Anden, die hier eine Breite von bis zu 700 Kilometern erreichen. Etwa zwei Drittel des Landes werden jedoch von Tiefland eingenommen.

2.1

 

Physische Geographie

Im Westen Boliviens, im Grenzbereich zu Chile, erhebt sich die Westkordillere (Cordillera Occidental), östlich davon die Königskordillere (Cordillera Real). Beide umgrenzen den Altiplano, das Bolivianische Hochland. In der Cordillera Real erreichen die Anden mit dem Illimani (6 882 Meter) und dem Illampu (6 421 Meter) ihre größten Höhen. Der bolivianische Teil des auf 3 600 bis 4 000 Meter Höhe gelegenen Altiplano ist etwa 800 Kilometer lang und 130 Kilometer breit.

Nach Osten gehen die Anden in das Bolivianische Bergland über, das seine höchsten Erhebungen in der Cordillera Central und der Cordillera Oriental erreicht. Diese Berggruppen fallen nach Osten zum ausgedehnten Tiefland ab, das zum Einzugsgebiet des Amazonas gehört. In einem Großteil dieser Region bilden sich während der Regenzeit (Dezember, Januar und Februar) Sümpfe. Große Gebiete fruchtbarer Weiden liegen jedoch über der Hochwasserlinie. Im Südosten befinden sich die trockenheißen Ebenen des Gran Chaco.

2.2

 

Flüsse und Seen

Im Norden des Landes befindet sich der Titicacasee, der höchstgelegene schiffbare See der Welt und der größte See Südamerikas. Die Täler und Ebenen im Norden und Nordosten des Landes werden durch den Río Beni und seinen wichtigsten Nebenfluss, den Madre de Diós, sowie den Río Guaporé, Grenzfluss zu Brasilien, und den Río Mamoré entwässert. Der Río Pilcomayo, der wichtigste Fluss im Südosten Boliviens, fließt durch die Chaco-Ebene in den Paraguay und mündet in den Río de la Plata. Der Río Desaguadero, ein Ausfluss des Titicacasees, fließt im Südosten in den Poopósee.

2.3

 

Klima

Das tropische Klima Boliviens weist je nach Höhenlage starke regionale Unterschiede auf. In den höher gelegenen Regionen ist das Klima kalt und trocken. Im Altiplano herrschen im Norden relativ feuchte Bedingungen, während der südliche Abschnitt wüstenhaft trocken ist.

2.4

 

Flora und Fauna

Aufgrund der verschiedenen Höhenstufen kommen in Bolivien nahezu alle Vegetationszonen vor. Das baumlose, zentrale Hochbecken wird von Gräsern und Zwergsträuchern bewachsen; es geht in Wüste über. Im Bereich des Gran Chaco im Süden besteht trockenes Buschland. Im Nordosten des Landes wächst tropischer Regen- und Bergwald mit über 2 000 Baumarten. Alpakas, Vikunjas und Guanakos leben in der Hochebene; das Lama, die Haustierform des Guanakos, dient als Lasttier und bietet Milch, Fleisch und Wolle. Neuweltaffen wie Tamarins, Kapuziner-, Totenkopf-, Nacht-, Woll- und Klammeraffen, Raubtiere wie Pumas, Jaguare und Ozelots, Gürteltiere sowie eine Vielzahl von Reptilien-, Vogel- und Insektenarten sind hauptsächlich in den tropischen Regenwäldern beheimatet. In den Savannen leben Nandus, Schlangen und Termiten. Kondore, die größten flugfähigen Landvögel, sind in den Anden und dem Hochland zu Hause.

Obwohl allein im Madidi-Nationalpark mehr als zwei Millionen Hektar Regenwald unter Naturschutz stehen, stellt das Problem der Entwaldung eine ernsthafte Bedrohung für das biologische Gleichgewicht in Bolivien dar. Der bolivianische Regenwald weist eine besonders ausgeprägte Artenvielfalt auf, wobei ein Großteil der Vegetation aus endemischen Pflanzenarten besteht. Bolivien verfügt über 53 Millionen Hektar bewaldeter Flächen, die insgesamt 48,9 Prozent (2000) der gesamten Landesfläche von Bolivien bedecken. In den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts schrumpfte der Waldbestand Boliviens als Folge der Entwaldung jährlich um etwa 800 000 Hektar. Zwischen 1990 und 1995 verringerten sich die Waldgebiete um weitere drei Millionen Hektar. In Bolivien erfolgt die Abholzung von Wäldern vor allem zur Gewinnung neuer Flächen, die als landwirtschaftliche Anbauflächen, Weideland und für den Anbau tropischer Hölzer für den Export verwendet werden. Eine kleine Minderheit innerhalb der einheimischen Bevölkerung wohnt in den riesigen Regenwäldern im Tiefland Boliviens. Diese Menschen leben ausschließlich von Viehzucht und Landwirtschaft. Überweidung und traditionelle Bewirtschaftungstechniken wie die Brandrodungswirtschaft haben jedoch nicht nur den Verlust ausgedehnter Waldflächen und damit die zunehmende Entwaldung des Landes zur Folge gehabt, sondern auch zu einer starken Bodenerosion geführt und dementsprechend zu einer Verminderung der Fruchtbarkeit des Bodens. Aufgrund der Tatsache, dass sich die Regenwälder über eine so große Fläche des Landes erstrecken, versucht die bolivianische Regierung, einen größeren Teil der Bevölkerung als bisher in dieses Gebiet umzusiedeln, wodurch sich die Problematik noch verschärft.

3

 

BEVÖLKERUNG

Bolivien hat etwa 8,59 Millionen Einwohner (2003). Die Bevölkerungsdichte zählt mit 7,8 Einwohnern pro Quadratkilometer zu den niedrigsten Südamerikas. Die Lebenserwartung liegt für Männer bei 62,2 Jahren und für Frauen bei 67,5 Jahren (2003). Etwa zwei Drittel der Bevölkerung sind Indianer, meist Quechua und Aymara; einen großen Anteil der Bevölkerung bilden Mestizen. Die übrigen Bewohner des Landes sind Weiße und Nachkommen der altspanischen Kolonisten. Etwa 37 Prozent der Bevölkerung leben in ländlichen Gebieten (2001).

3.1

 

Sprache und Religion

Die Amtssprachen des Landes sind Spanisch und die Indianersprachen Quechua und Aimara. In Schulen und Behörden wird Spanisch gesprochen, das fast ein Drittel der Bevölkerung als erste Sprache angibt. Viele Indianer beherrschen Spanisch, kommunizieren untereinander aber in ihrer eigenen Sprache. Im Tiefland wird auch Guaraní gesprochen. Über 90 Prozent der Bolivianer gehören der katholischen Kirche an. Häufig flossen Elemente indianischer Religionen in die christliche Tradition ein.

3.1.1

 

Feiertage

Feiertage sind der Neujahrstag (1. Januar), Carnaval (Samstag vor Aschermittwoch), Día del Mar (Tag des Meeres; 23. März), die Karwoche vor Ostern (März oder April), Vatertag (19. März), Tag der Arbeit (1. Mai), Muttertag (27. Mai), Unabhängigkeitstag (6. August), Allerheiligen (1. November) und Weihnachten (25. Dezember). An Heiligabend stellen die Kinder ihre alten Schuhe in ein Fenster, damit der Weihnachtsmann dafür neue Geschenke bringt. Im Carnaval kostümieren sich die Leute. Sie tanzen, besprengen sich mit Wasser und essen Confite (kandierte Nüsse bzw. kandiertes Obst). Jede der neun Provinzen feiert darüber hinaus eigene, stark folkloristisch geprägte Feiertage: So finden z. B. Fiestas zu Ehren des lokalen Heiligen (Patronatsfeste) in fast jedem Pueblo (Dorf) statt.

3.2

 

Wichtige Städte

Der Regierungssitz La Paz ist mit etwa 1 Million Einwohnern die größte Stadt des Landes. Die Hauptstadt Sucre zählt etwa 223 000 Einwohner. Weitere bedeutende Städte sind Santa Cruz (1,03 Millionen Einwohner), wichtiges Handelszentrum, Cochabamba (616 000 Einwohner), das in einem fruchtbaren Anbaugebiet liegt, Oruro (248 000 Einwohner) und Potosí (162 000 Einwohner), die beide in einem Gebiet mit großem Erzvorkommen liegen.

3.3

 

Soziales

Bolivien ist eines der ärmsten Länder Südamerikas. Etwa 7 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Für viele Bolivianer ist die Ernährung unzureichend. Das Gesundheitswesen ist nur schwach entwickelt. Die Säuglingssterblichkeit des Landes nimmt eine Spitzenposition innerhalb Südamerikas ein. Malaria, Ruhr und Tuberkulose sind weit verbreitet. Die medizinische Versorgung reicht besonders in ländlichen Gebieten nicht aus. Bolivien bietet ein umfassendes Sozialversicherungssystem, das jedoch weniger als die Hälfte der Bevölkerung erfasst. Rund 18 Prozent der Bevölkerung sind arbeitslos.

4

 

BILDUNG UND KULTUR

Es besteht eine 8-jährige Schulpflicht (2000), die von 40 Prozent der Schulpflichtigen wahrgenommen wird. Der Alphabetisierungsgrad beträgt 87,2 Prozent.

Die überwiegende Mehrheit der Schulen befindet sich in Städten, die Landbevölkerung erhält eine geringe oder keine Schulbildung. Universitäten gibt es in Sucre und La Paz, Cochabamba, Llallagua, Oruro, Potosí, Santa Cruz. Tarija und Trinidad verfügen über Fachschulen. Die St.-Francis-Xavier-Universität (1624 gegründet) in Sucre ist eine der ältesten Universitäten Amerikas. Die Universität von San Andrés (1830) in La Paz ist die größte Universität Boliviens. Die Spanisch sprechende Bevölkerung, die größtenteils europäischen Ursprungs ist, verfügt über eine höhere Bildung und ist wirtschaftlich besser gestellt als die einheimischen Quechua und Aymara, obwohl diese seit 1953 formal gleichberechtigte Staatsbürger sind.

4.1

 

Kunst und Musik

Die Kleidung, Sprache, Architektur und Lebensweise der einheimischen Bevölkerung hält an den Traditionen ihrer vorkolonialen Vorfahren fest (siehe etwa die Architektur von Tiahuanaco), die sich jedoch teilweise mit spanischen Bräuchen vermischt hat. Die Kleidung ist bunt und den Anforderungen des Lebens in großen Höhen angepasst. Feiertage und religiöse Feste werden mit Tänzen und Feiern begangen. Siehe Indianer; lateinamerikanische Literatur; lateinamerikanische Musik

4.2

 

Medien

Es gibt staatliche, kirchliche und private Radiosender. Seit 1969 ist auch das Fernsehen in Bolivien eingeführt. Die Verbreitung dieser Medien ist allerdings sehr gering.

5

 

VERWALTUNG UND POLITIK

Bolivien ist eine Präsidialrepublik, die nach der 1947 in Kraft getretenen und seither mehrfach geänderten Verfassung regiert wird.

Staatsoberhaupt und Chef der Exekutive ist der Präsident, der für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt gewählt wird; eine unmittelbare Wiederwahl ist nicht möglich. Wahlberechtigt sind verheiratete Bürger ab 18 Jahren und ledige Bürger über 21 Jahren. Der Präsident bildet das Kabinett und kann bei Bedarf per Dekret regieren.

Die Legislative besteht aus einem Zweikammerparlament, das sich aus dem Abgeordnetenhaus mit 130 Mitgliedern und dem Senat mit 27 Abgeordneten (drei aus jedem Departamento) zusammensetzt. Die Mitglieder beider Kammern werden jeweils für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt.

Die Judikative wird vom Obersten Gerichtshof in Sucre ausgeübt; darunter arbeiten Distriktgerichte sowie Gerichte auf lokaler Ebene. Der Oberste Gerichtshof besteht aus zwölf Mitgliedern, die vom Parlament für zehn Jahre gewählt werden.

Stärkste Parteien sind der rechtsgerichtete Movimiento Nacionalista Revolucionario (Revolutionäre Nationalistische Bewegung, MNR), der Movimiento al Socialismo (Bewegung für den Sozialismus, MAS) und der Movimiento de la Izquierda Revolucionaria (Bewegung der Revolutionären Linken, MIR). Die vorher bedeutende Acción Democrática Nacionalista (Demokratisch-Nationalistische Aktion, ADN) büßte seit den Parlamentswahlen vom Juni 2002 an Bedeutung ein.

5.1

 

Kommunalverwaltung

Bolivien ist in neun Verwaltungsbezirke (Departamentos) untergliedert, die von Präfekten (vom Präsidenten ernannt) verwaltet werden. Die einzelnen Verwaltungsbezirke sind: Santa Cruz, El Beni, Tarija, Potosí, La Paz, Chuquisaca, Pando, Cochabamba und Oruro. Jedes Departamento ist wiederum in Provinzen unterteilt, deren Verwaltung einem vom Präsidenten ernannten Unterpräfekten übertragen wird. Wichtige Städte haben einen direkt gewählten Stadtrat.

5.2

 

Verteidigung

Es besteht allgemeine Wehrpflicht, doch wird in der Praxis nur ein kleiner Prozentsatz der registrierten Wehrpflichtigen einberufen. Die Streitkräfte haben eine Stärke von 31 500 Mann (2001).

6

 

WIRTSCHAFT

Bolivien gehört trotz seines Reichtums an Bodenschätzen zu den am wenigsten entwickelten Ländern Südamerikas. Obwohl die größten Bergbauunternehmen in den fünfziger Jahren verstaatlicht wurden, hat die bolivianische Regierung die Entwicklung der privaten Industrie und Investitionen ausländischen Kapitals aktiv gefördert. Boliviens Wirtschaft ist nahezu einseitig abhängig vom Bergbau, der rund 80 Prozent des gesamten Exportvolumens ausmacht. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 7 969 Millionen US-Dollar.

6.1

 

Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

Fast die Hälfte aller Erwerbstätigen ist in der Landwirtschaft beschäftigt; sie erwirtschaften 15,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (2001). Ein besonderes Problem ist hier der illegale Anbau von Kokasträuchern. Die geringe Produktivität im Agrarsektor ist auf veraltete Bewirtschaftungsmethoden, extreme Witterungsbedingungen und Bodenerosion sowie eine unzureichende Verkehrserschließung zurückzuführen. Obwohl Bolivien heute seinen Bedarf an den traditionellen Nahrungsmitteln (Kartoffeln, Maniok und Getreide) ohne fremde Hilfe decken kann, ist es immer noch auf die Einfuhr bestimmter Lebensmittel angewiesen. Die wichtigsten bolivianischen Agrarprodukte sind Kartoffeln, Zuckerrohr, Baumwolle, Kaffee, Mais, Reis, Weizen und Quinoa. Ein Großteil des landwirtschaftlichen Ertrags entstammt dem Anbau und der Verarbeitung des Kokastrauches. Im östlichen Tiefland werden Rinder und Schafe gehalten. Die Fischerei ist ein relativ unbedeutender Wirtschaftszweig des Binnenlandes Bolivien. Die unzureichende Verkehrserschließung behindert die forstwirtschaftliche Nutzung der bolivianischen Wälder, die hauptsächlich im Osten über die Hälfte des Landes bedecken und reich an Edelhölzern sind.

6.2

 

Bergbau

Bolivien verfügt über reiche Erzvorkommen. In den zahlreichen Erzlagerstätten werden Zinn, Blei, Silber, Kupfer, Eisenerz, Antimon, Zink, Schwefel, Wismut, Gold und Wolfram abgebaut. Der Bergbau, wichtigster Devisenbringer Boliviens, erlitt Ende der achtziger Jahre durch den Preisverfall für Rohstoffe an den Weltmärkten und durch die Erschöpfung einiger Minen einen Einbruch. Bolivien zählt weltweit zu den größten Zinn-, Wismut- und Antimonproduzenten. 1952 wurden die drei größten Zinnminen verstaatlicht und zur Corporación Minera de Bolivia (COMIBOL) zusammengefasst. Der Großteil der Zinnminen befindet sich im Umland von Oruro. Die Erdöl- und Erdgasförderung im Andenbereich (im Südosten des Landes) gewann seit Anfang der siebziger Jahre zunehmend an Bedeutung. Seit Ende der achtziger Jahre ist Bolivien von der Einfuhr ausländischer Mineralölprodukte nahezu unabhängig. Im September 1996 kam ein Vertrag über den Bau der ersten Erdgaspipeline von Bolivien nach Brasilien zustande.

6.3

 

Industrie und Handel

Das verarbeitende Gewerbe erwirtschaftet ungefähr 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und beschäftigt 13 Prozent der Erwerbstätigen. Die wichtigsten Industriezweige sind neben der Konsumgüterindustrie (Produkte für den Eigenbedarf des Landes), die Metallerzeugung, Erdölraffinerien, chemische Industrie und die Holzverarbeitung (vor allem Papierherstellung). Mehr als zwei Drittel der Industriebetriebe befinden sich in La Paz, dem wichtigsten Industriestandort. Als weitere Standorte sind Oruro, Cochabamba, Potosí und Santa Cruz zu nennen.

Etwa 53 Prozent der Exporteinnahmen entfallen auf den Verkauf von Erzen, 18 Prozent auf den Export von Erdöl und Erdgas. Weitere Ausfuhrgüter sind Soja und Holz. Importgüter sind Kapitalgüter, Konsumgüter und Zwischenprodukte. Die Handelsbilanz ist negativ. Wichtige Handelspartner Boliviens sind die USA, Argentinien, Brasilien, Peru, Chile und Japan (beide Importhandelspartner) sowie Länder der Europäischen Union (z. B. Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Belgien).

6.4

 

Währung und Bankwesen

Die Landeswährung ist der Boliviano (= 100 Centavos). Die Banco Central de Bolivia ist die alleinige Notenbank des Landes. Mehrere staatliche Banken zur Förderung kleiner Bergbaugesellschaften und landwirtschaftlicher Betriebe vergeben an diese Kredite. Ausländische und inländische Privatbanken operieren ebenfalls im Land.

6.5

 

Verkehrswesen

Bolivien verfügt über ein Eisenbahnnetz von 3 163 Kilometer Länge (1999), welches das Binnenland mit den Häfen am Atlantik und Pazifik verbindet. Die Hauptlinie führt von La Paz zu dem freien Handelshafen Antofagasta in Chile.

Das Straßennetz umfasst etwa 53 790 Kilometer (2000) und beschränkt sich vor allem auf das Hochland und östliche Tiefland. Nur wenige Straßen sind asphaltiert und viele auch nur während der Trockenzeit befahrbar. Die Luftfahrtgesellschaft, Lloyd Aéreo Boliviano, unterhält einen regelmäßigen Flugverkehr zwischen den wichtigsten Landesstädten, den übrigen lateinamerikanischen Ländern und den Vereinigten Staaten. Die Wasserwege sind auf etwa 14 000 Kilometern schiffbar.

6.6

 

Gewerkschaften

Fast alle Arbeitnehmer, die nicht in landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten, sind in den Gewerkschaften des COB (Central Obrera Boliviana: Bolivianische Arbeiterzentrale), dem zentralen Gewerkschaftsbund, organisiert. Nach der Revolution von 1952 wurde eine Gewerkschaft der Bauern gegründet.

7

 

GESCHICHTE

Archäologische Funde lassen darauf schließen, dass in den bolivianischen Anden vor etwa 21 000 Jahren die ersten Siedlungen gegründet wurden. In der vorkolonialen Zeit erreichte die kulturelle Entwicklung des Landes zwei Höhepunkte: Zwischen 600 und 1200 n. Chr. entstand im zentralen Andenland um den Titicacasee die Tiahuanacokultur, die später durch die Ausdehnung des Inkareiches im Gebiet des heutigen Boliviens überlagert wurde. An diese frühen Kulturen erinnern viele ihrer Gebäude sowie die Sprache der einheimischen Aymara und Quechua.

1538 eroberten Spanier unter Francisco Pizarro das Hochland, nachdem das Inkareich zerstört worden war. In den folgenden Jahren gründeten die Spanier die Städte La Plata-Charcas (heute Sucre), Potosí, La Paz und Cochabamba und eröffneten eine Vielzahl von Silberminen, in denen die einheimische Bevölkerung zu Arbeitsdiensten gezwungen wurde. Über einen Zeitraum von etwa 200 Jahren war diese Audiencia de Charcas genannte Region eine der wohlhabendsten und am dichtesten besiedelten Kolonien Spaniens. Insbesondere Potosí war im 16. und 17. Jahrhundert eine der bevölkerungsreichsten Siedlungen Amerikas.

Soziale und wirtschaftliche Konflikte führten um 1809 zu Unruhen, die den Unabhängigkeitskrieg auslösten. Am 6. August 1825 wurde die Unabhängigkeit von Spanien ausgerufen und dem Land nach dem südamerikanischen Revolutionsführer Simón Bolívar der Name Bolivien gegeben. Die nach Bolívar entworfene Verfassung von 1826 räumte dem auf Lebenszeit gewählten Präsidenten höchste Regierungsgewalt und das Recht auf die Benennung eines Nachfolgers ein.

Nach der Unabhängigkeit befand sich Bolivien in einem bürgerkriegsähnlichen Zustand, der jeweils nur für kurze Phasen unterbrochen war. Der erste Präsident, General Antonio José de Sucre, wurde nach nur zweijähriger Amtszeit des Landes verwiesen. 1836 wurden Bolivien und Peru zur Bolivianisch-Peruanischen Konföderation zusammengeschlossen. Dieses Bündnis wurde nach massivem Druck von Seiten Chiles und Argentiniens 1839 aufgelöst. In den folgenden Jahrzehnten kehrte in Bolivien nur für kurze Zeit und in unregelmäßigen Abständen politische Stabilität ein.

7.1

 

Grenzstreit

In den 1866 und 1874 unterzeichneten Verträgen über die politische Zugehörigkeit der an Salpetervorkommen reichen Atacamawüste wurde der 24. Breitengrad als Grenze zwischen Chile und Bolivien bestimmt. 1879 kam es zwischen beiden Staaten zum Salpeterkrieg, bei dem Bolivien von Peru unterstützt wurde. Bolivien erlitt eine Niederlage und musste die Küstenprovinz Antofagasta an Chile abtreten, wodurch es seinen einzigen Zugang zum Pazifischen Ozean verlor. Durch einen im Dezember 1904 ratifizierten Vertrag fiel das umstrittene Gebiet an Chile, gewährte Bolivien jedoch freien Zugang zum Meer. Gebietsstreitigkeiten mit Brasilien wurden 1903 mit der Abtretung des 180 000 Quadratkilometer großen, kautschukreichen Acregebiets gegen eine Abfindung beigelegt.

Der Drang nach einem Zugang zum Meer führte zu Grenzstreitigkeiten zwischen Paraguay und Bolivien um den Chaco Boreal, eine Region nördlich des Rio Pilcomayo und westlich des Rio Paraguay. Im Juli 1932 kam es zum Ausbruch des Chacokrieges, der im Juli 1938 mit der Unterzeichnung eines Friedensvertrags endete. Bolivien musste das Gebiet Chaco-Boreal an Paraguay abtreten, gewann jedoch einen schmalen Zugang zum Paraguay, der in den Atlantik mündet.

Nach der Gründung der Vereinten Nationen (1945) hat Bolivien die Generalversammlung dazu aufgerufen, seine Petition auf die Rückerstattung eines Hafens am Pazifik anzunehmen. Chile, das sich den Bemühungen Boliviens widersetzte, erklärte 1953 Arica alternativ zum freien Hafen und garantierte Bolivien besondere Zölle und Lagerstätten. Zeitungsberichten zufolge soll Chile im September 2000 Bolivien einen rund einen Quadratkilometer großen Küstenabschnitt auf chilenischen Gebiet angeboten haben, um Zugang zum Meer zu erhalten.

7.2

 

Politische Instabilität

Die Jahre nach 1930 waren durch weitere innere Konflikte gekennzeichnet. 1930 wurde Präsident Hernando Siles, der zwei Jahre ohne die Einberufung des Nationalkongresses regiert hatte, durch eine Revolution gestürzt. Der 1931 zum Staatsoberhaupt gewählte Daniel Salamanca wurde 1934 von Vizepräsident Tejada Sorzano entmachtet, der wiederum von einer Militärjunta unter Oberst David Toro aus dem Land vertrieben wurde. Unter der Herrschaft Toros erholte sich Bolivien von dem durch die Weltwirtschaftskrise und den Chacokrieg bedingten wirtschaftlichen Niedergang. Toro wurde 1937 durch einen Staatsstreich von Oberstleutnant Germán Busch Becerra, dem Vorsitzenden des Generalstabes, des Landes verwiesen.

1938 wurde während der zweiten Legislaturperiode Busch Becerras eine neue Verfassung verabschiedet. Busch Becerra wurde 1939 nach angeblichem Selbstmord erschossen aufgefunden. General Carlos Quintanilla, der anschließend die Präsidentschaft übernahm, setzte die Verfassung von 1938 wieder in Kraft und übergab der Armee bis zur Durchführung der Wahlen die Kontrolle.

1940 wurde General Enrique Peñaranda zum Präsidenten gewählt und erklärte den Achsenmächten am 7. April 1943 den Krieg. Im Dezember 1943 wurde Peñaranda durch einen Coup des Movimiento Nacionalista Revolucionario (Revolutionäre Nationalistische Bewegung, MNR), einer reformistischen Partei, die mit den Achsenmächten sympathisierte, gestürzt. Die neue Regierung unter Oberstleutnant Gualberto Villarroel war jedoch gezwungen, zu den Alliierten gute Beziehungen zu unterhalten. Villarroel führte ein totalitäres Regime, bis er im Juli 1946 gestürzt und ermordet wurde.

7.3

 

Das Regime Paz Estenssoro

Im Mai 1951 gewann der im Exil lebende MNR-Führer Víctor Paz Estenssoro bei den Präsidentschaftswahlen fast die Hälfte der Stimmen. Die Amtseinführung von Paz Estenssoro wurde durch einen Militärputsch unter dem amtierenden Präsidenten Harriaque Urriolagoitia verhindert. General Hugo Ballivián wurde zum Präsidenten ernannt. Im April 1952 führte ein vom MNR geführter Umsturz zum Erfolg. Paz Estenssoro kehrte aus dem Exil zurück, um die Präsidentschaft zu übernehmen. Unter seiner Führung verabschiedete die Regierung ein arbeitnehmerfreundliches, antikommunistisches Programm. Die wichtigsten Bestandteile dieses Programms waren die Verstaatlichung der in ausländischem Besitz befindlichen Zinnminen, die Neuverteilung des enteigneten Landes, die Umstrukturierung der Wirtschaft und die Ausweitung des Wahlrechtes auf die Hochlandindianer, wodurch diese zu einem wichtigen politischen Faktor wurden.

Während der fünfziger und Anfang der sechziger Jahre litt die Wirtschaft Boliviens unter dem stetigen Fall der Zinnpreise, dem Produktionsrückgang in Landwirtschaft und Bergbau sowie der Inflation. Die Bemühungen der Regierung, die Anzahl der Minenarbeiter zu reduzieren und die Gehälter einzufrieren traf auf den Widerstand der Gewerkschaften. 1956 gewann Vizepräsident Hernán Siles Zuazo als Kandidat des MNR die Wahlen und setzte die Politik seines Vorgängers fort. Auch während der zweiten Amtsperiode von Paz Estenssoro, die 1960 begann, weiteten sich die sozialen Konflikte aufgrund der wirtschaftlichen Rezession aus und linksradikale Kräfte gewannen Zulauf. Nach der Wiederwahl von Paz Estenssoro (1964) wandten sich viele seiner einstigen Anhänger von ihm ab und beschuldigten den MNR, bei der Lösung der wirtschaftlichen Probleme Boliviens versagt zu haben. Im November 1964 wurde seine Regierung nach erneuten Unruhen von einer Militärregierung unter der Führung des ehemaligen Vizepräsidenten, Generalleutnant René Barrientos Ortuño, abgelöst.

7.4

 

Militärregierung

In den folgenden beiden Jahren führte die Regierung gemäßigte Wirtschaftsreformen durch, darunter die Öffnung der Zinnindustrie für private und ausländische Investitionen. Als Präsident zerschlug Barrientos Ortuño 1967 eine regierungsfeindliche Guerillabewegung. Che Guevara, der Berater des kubanischen Regierungschefs Fidel Castro, wurde dabei gefangen genommen und unmittelbar danach hingerichtet. Barrientos Ortuño kam im April 1969 bei einem Hubschrauberunglück ums Leben. Es folgte eine Reihe kurzlebiger Regierungen, die meist von Militärs geführt wurden. General Juan José Torres Gonzáles wurde im August 1971 von Oberst Hugo Bánzer Suárez entmachtet. Bánzer Suárez schlug zunächst einen gemäßigten Kurs in Anlehnung an den MNR ein, bediente sich jedoch zunehmend diktatorischer Mittel. 1978 wurde er gestürzt, nach den Wahlen von 1979 und 1980 kam es jedoch erneut zu Militärputschen. Bolivien war aufgrund fehlender innenpolitischer Stabilität sowie zurückgehender Exporteinnahmen hoch verschuldet. Der illegale Export von Kokain war die Hauptdevisenquelle.

7.5

 

Zivile Regierungen

Im Oktober 1982 wählte das Parlament Hernán Siles Zuazo zum Präsidenten, der bei seinen Versuchen, die wirtschaftlichen Probleme des Landes zu lösen, ebenfalls scheiterte. Bei den Wahlen von 1985 siegte Victor Paz Estenssoro. Seine rigiden Sparmaßnahmen stießen auf Widerstand in der Bevölkerung und lösten einen Generalstreik aus. Im Mai 1989 ging Jaime Paz Zamora als Sieger aus den Wahlen hervor.

Die nächsten Präsidentschaftswahlen im Juni 1993 gewann der Minenunternehmer Gonzalo Sánchez de Lozada. Die im gleichen Jahr abgehaltenen Parlamentswahlen brachten den rechtsgerichteten MNR wieder an die Macht. Lozada, vor seiner Wahl Planungsminister, beaufsichtigte die Einführung von Wirtschaftsreformen, zu denen die umfassende Privatisierung staatlicher Betriebe, Kürzungen bei der Sozialhilfe und bei Erziehungsprogrammen sowie die Schließung vieler Minen zählten. Die strikte Kontrolle der Regierungsausgaben trug dazu bei, die Inflation von 220 Prozent im Jahr 1985 bis auf 6,5 Prozent (1995) zu senken. Die Sozialausgaben waren jedoch sehr hoch und die Kluft zwischen Reichen und Armen vergrößerte sich weiter. Im September 1996 kam es zu landesweiten Protesten der Kokabauern. Die Regierung wollte die Kokaplantagen zerstören und die Landwirte zum Anbau anderer Produkte bewegen.

Aus den Präsidentschaftswahlen im August 1997 ging Hugo Bánzer Suárez, der das Land bereits von 1971 bis 1978 diktatorisch regiert hatte, als Sieger hervor. Bei den zwei Monate vorher abgehaltenen Parlamentswahlen hatte sich das Wahlbündnis Compromiso por Bolivia unter Führung von Bánzers Acción Democrática Nacionalista (ADN) durchgesetzt.

Im Frühjahr 2000 kam es in der Stadt Cochabamba, 500 Kilometer südöstlich von La Paz, zu schweren Zusammenstößen zwischen protestierenden Indiobauern (Campesinos) und Sicherheitskräften. Auslöser der mehrere Tage andauernden Unruhen war ein umstrittenes Staudammprojekt sowie eine geplante Verdopplung der Wassergebühren. Trotz des von Präsident Bánzer verhängten Ausnahmezustandes weiteten sich die Proteste auch auf die Haupststadt aus und führten zu einer schweren innenpolitischen Krise. Eine leichte Entschärfung brachte eine Vereinbarung zwischen der bolivianischen Regierung und der zentralen Bauerngewerkschaft (u. a. Verzicht auf die Wassergebührenerhöhung).

Am 6. August 2001 trat Bánzer als Staatspräsident von Bolivien zurück. Als Nachfolger im Amt des Staatspräsidenten bis zum Ablauf der Amtsperiode im August 2002 wurde am 7. August der bisherige Vizepräsident Jorge Quiroga vereidigt. Ab November 2001 kam es wiederholt zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und demonstrierenden Kokabauern. Der Konflikt spitzte sich zu, nachdem Bauernführer Evo Morales im Januar 2002 per Beschluss des Abgeordnetenhauses aus dem Parlament ausgeschlossen worden war, konnte aber im Februar beigelegt werden.

Bei den Präsidentschaftswahlen vom 30. Juni 2002 erreichte kein Kandidat die absolute Mehrheit; bei den gleichzeitig abgehaltenen Parlamentswahlen wurde der MNR stärkste politische Kraft. In der am 6. August 2002 abgehaltenen Stichwahl für das Amt des Staatsoberhauptes setzte sich der ehemalige Präsident Gonzalo Sánchez de Lozada (MNR) dank der Unterstützung durch den sozialdemokratischen Movimiento de la Izquierda Revolucionaria (MIR) gegen Evo Morales durch, der für den linksgerichteten Movimiento al Socialismo (MAS) angetreten war. Als die Regierung Sánchez de Lozada aufgrund von Vorgaben seitens des Internationalen Währungsfonds eine Steuererhöhung sowie weitere Maßnahmen zur Reduzierung des Haushaltsdefizits plante, die vor allem die armen Bevölkerungsschichten betroffen hätte, kam es im Februar 2003 zu Massendemonstrationen gegen die Regierung. Das Eingreifen der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten forderte über 30 Tote. In Reaktion auf die Proteste nahm Sánchez de Lozada eine Reihe seiner neoliberalen Vorhaben wieder zurück, bildete sein Kabinett um und verkleinerte es um fast ein Drittel. Zu neuen Protesten gegen die Regierung und immer lauteren Rücktrittsforderungen gegenüber Sánchez de Lozada kam es im Herbst 2003. Grund war diesmal der geplante Bau einer Pipeline, über die bolivianisches Erdgas in die USA verkauft werden sollte, und dieses Geschäft war nach Auffassung der Protestierenden zum Nachteil für Bolivien bzw. für die breite Bevölkerungsmehrheit. Diesmal setzte die Regierung sogar die Streitkräfte gegen die Demonstranten ein; die Folge waren über 80 Tote auf Seiten der Protestierenden.

Am 17. Oktober 2003, als die Protestaktionen bereits vier Wochen angedauert hatten, zog Sánchez de Lozada die Konsequenz und trat zurück. Als sein Nachfolger wurde der bisherige Parlamentspräsident und Vizepräsident, der parteilose Carlos Mesa, vereidigt. Mesa hatte sich schon während der Proteste von Sánchez de Lozada losgesagt und kündete nun ein Referendum über das Erdgasgeschäft an.

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Yungas, Bolivien

Die Yungas bilden eine Übergangszone zwischen dem Anden-Hochland und dem tropischen Tiefland in Bolivien.Encarta EnzyklopädieKe

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Gran Chaco

Gran Chaco, Region in der südlichen Mitte Südamerikas mit einer Fläche von rund 647 500 Quadratkilometern. Sie bedeckt Teile von Argentinien, Paraguay und Bolivien. Der Chaco wird allgemein unterteilt in den größten Abschnitt, den Chaco Boreal (Nördlicher Chaco), den Chaco Central (Zentraler Chaco) sowie den Chaco Austral (Südlicher Chaco).

Der Chaco ist eine niedrige, flache Schwemmlandebene. Das Klima ist allgemein heiß und trocken, aber in der Regenzeit im Sommer (Dezember bis April) wird das Gebiet von Flüssen überschwemmt, wodurch große Teile zu Sümpfen werden. Die größten Flüsse sind der Río Pilcomayo und der Río Bermejo, die in südöstlicher Richtung den Chaco durchqueren, und zwar von den Ausläufern der Anden bis zu den Flüssen Paraguay und Paraná, den einzigen Flüssen der Region, die über lange Strecken schiffbar sind. Der Boden besteht aus verhärtetem Ton, der Überschwemmungen verschlimmert, da er wegen seiner harten Oberfläche kaum Wasser aufnehmen kann. Aufgrund seiner Nährstoff- und Mineralarmut behindert der Boden auch eine intensive landwirtschaftliche Nutzung. Entlang der Flussläufe im Osten wachsen hohes Schilf und Palmen; zum Landesinneren hin machen sie Trockenwald und Dornbuschsavanne Platz. Im Westen liegen öde und sehr trockene Landstriche. Es gibt viele verschiedene Tierarten, darunter Jaguar, Ozelot, Tapir, Ameisenbär, Wasser- und Nabelschweine. Außerdem leben dort viele Vogel-, Reptilien- und Insektenarten. Die Savanne dient der Viehzucht, die seit den dreißiger Jahren zusammen mit dem Baumwollanbau im Süden erfolgreich entwickelt worden ist. Der bewaldete Teil des Chaco in Paraguay und Nordargentinien ist bekannt für sein Nutzholz, besonders die roten Quebrachostämme, aus denen der größte Teil des Weltangebots an Tannin, einer Gerbsäure, gewonnen wird.

Durch das kaum besiedelte Gebiet führen nur wenige Straßen und Eisenbahnen. Die wichtigsten Siedlungen sind Mariscal Estigarribia, ein paraguayischer Armeeposten, und Filadelfia, eine Mennonitenkolonie; beide liegen im paraguayischen Chaco Boreal. Außerdem gibt es verschiedene Flusshäfen in Paraguay, am Westufer des Paraguayflusses, deren größter Villa Hayes ist, sowie die argentinischen Städte Formosa und Resistencia. Grenzstreitigkeiten führten in den dreißiger Jahren zu einem bewaffneten Kampf zwischen Bolivien und Paraguay, dem Chacokrieg.

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'KRIEG UMS GAS' IN BOLIVIEN

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Krieg ums Gas in Bolivien:

Der Gringo ist weg !!

 


Auf dieser Seite:
14.06.04: Gas gegen Meerzugang
04.06.04: Zweifel am Präsidenten
12.05.04: Putschdrohung in Bolivien
11.05.04: Armee gegen Justiz in Bolivien
05.05.04: Blockade der Gasförderanlagen
29.04.04: Indigene besetzen Ölfelder in Bolivien
27.04.04: Betrogene Bergarbeiter
14.04.04: Boliviens Regierung tritt zurück
14.04.04: Zankapfel Gas
31.03.04: Verzweiflungstat in La Paz
15.03.04: Keiner will mit Mesa
09.03.04: Filipe Quispe Einreise verweigert
07.02.04: Imperium und Revolution in Bolivien
28.01.04: Widerstand gegen Mesa
16.01.04: Wachsender Unmut über Mesa

 

 

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8.07.04

im Süden Perus

 

Hoi zäme

 

Die letzten zwei Wochen habe ich im schönen und wahrlich preiswerten Bolivien verbracht. Unsere erste Destination war La Paz, welches auf fast 4000 m.ü.M. liegt. Es war dementsprechend kalt und einmal mehr schwor ich mir, dass meine nächste Reise mich in ein sehr warmes Land führt. La Paz ist eine sehr angenehme südamerikanische Grossstadt mit einer guten Mischung aus Moderne und Tradition, welche einem mit seinen günstigen Preisen verführt. So habe ich mir zum Beispiel für knappe 2.5 Fr. die Haare schneiden lassen und es sieht nicht einmal allzu schlecht aus. Weiter ist die Stadt von Israelis überlagert (wohl wegen den Preisen) und man kann herrlich abendländisch essen.

 

La Paz

 

Um der Kälte zu entfliehen, haben wir uns entschieden, einen Ausflug in den Dschungel und in die Pampa (Grassteppe) zu machen. Da unsere Zeit ein bisschen beschränkt ist, haben wir uns nach verschiedenen Diskussionen um dessen ökologischen Unsinn erlaubt, mit dem Flugzeug in den Norden zu reisen. Dies gestaltete sich dann als ziemlich abenteuerlich, da wir zuerst dank dem nicht informierten Taxifahrer an den falschen Flughafen fuhren und dann bei Ankunft (20 min vor Abfahrt) informiert wurden, dass der Flug einige Stunden später fliege, da die Landepisten von Rurrenabaque (Zielort) überflutet waren. Obwohl wir schon dachten unser Ausflug falle buchstäblich ins Wasser, war dann die Lösung mit unserem  12-Passagier-Flugzeug an einem Nachbarort zu landen. Angekommen, hiess es dann gleich drei Stunden  Kanu fahren um den Dschungel zu erreichen. Dort gab es zwar wenige Tiere zu sehen, dafür zeigte man uns äusserst interessante Medizinalpflanzen. Besonders beeindruckt hat mich ein Baum, dessen Rinde zur Verhütung dient. Anscheinend soll dies gut klappen, aber ich würde es wohl trotzdem nicht darauf ankommen lassen.

Die nächsten drei Tage verbrachten wir danach in der Pampa. Nach einer weiteren langen Kanufahrt, auf der wir lauter Alligatoren und Schildkröten sahen, kamen wir in unserem Camp an. Ich war erstaunt, fliessendes Wasser und richtige Toiletten vorzufinden.

 

Anacondasuche

 

Highlights des Trips waren sicherlich die nächtliche Kanufahrt, auf der wir mit Taschenlampen Alligatoren suchten, damit sich das Licht rötlich schaudernd in ihren Augen spiegelt oder das Piranhafischen, welches uns bewies wie schnell und gefraessig diese Tiere sind. Das Allerblödste dieses Trips war ein Morgen, in dem wir über vier Stunden bis zu den Knien im Schlamm herumwateten um irgendwelche Anacondas zu suchen, welche einfach nicht auftauchen wollten. Ihr könnt euch vorstellen, wie viele Mückenstiche ich mir einholte. Um uns zu trösten, zeigten uns die Führer eine giftige Schlange, an deren Biss man innerhalb einer Stunde stirbt. Es beruhigte uns natürlich ungemein, dass weder vor Ort noch am Camp irgendein Gegenmittel vorhanden war. Die Sicherheit war sowieso lausig, vor allem wenn man bedenkt, dass wir sogar gefährliche Schlangen (behaupteten jedenfalls die anderen) in unserem Camp hatten; aber eben, eine dementsprechende Organisation würde dann den Preis der Tour anheben.

 

Zurück in La Paz mussten Beat und ich uns von Caro und Gijs verabschieden. Sniff; ich hatte eine wirklich tolle Zeit mit ihnen, aber da ich ja wieder in ein paar Tagen in Ecuador sein muss, haben wir für den Rückweg ein bisschen eine andere schnellere Route gewählt.

 

eine der wunderschönen Lagunen

 

So sind wir direkt nach Uyuni in den Süden Boliviens gefahren, wo wir einen dreitägigen Trip buchten. Dieser Ausflug war landschaftlich gesehen das Schönste, was ich bis jetzt auf meiner Reise gesehen habe. Mit einem Jeep und in Begleitung von zwei ausgeflippten Engländerinnen fuhren wir los um die grösste Salzwüste Amerikas zu besichtigen. Am Anfang schneite es heftig, was mir ein bisschen Bauchweh bereitete, aber mit der Zeit zeigte sich das Wetter gnädig. Wir standen inmitten auf Salz und konnten fast nicht mehr sehen, was Boden oder Horizont war. Wir besichtigten ein Hotel, gebaut nur aus Salz, was hoch spannend war. Weiter sahen wir Kakteen bis 12 m, Geysire, farbenprächtige Lagunen und wunderschöne Bergketten. Da wir in einer Nacht auf über 4000 m schliefen, war es um -15 Grad, aber mit meinem Schlafsack und 5 Decken ging es einigermassen.

 

Salzgewinnung im Salar de Uyuni

 

Arbol de piedra (Steinbaum)

 

Isla de pescada (Kaktusinsel)

 

 

Damit wir möglichst schnell wieder nach Peru kamen, entschieden wir uns über Chile den Rückweg anzutreten. Es war erstaunlich in Chile plötzlich wieder soviele Weisse zu sehen, und wir waren geschockt von den Preisen, die uns an Europa erinnerten. So fuhren wir dann gleich weiter und kamen nach anstrengenden 18 Stunden in Arequipa, einer grossen Stadt im Süden Perus an, wo wir uns momentan befinden. Diese Stadt (1 Mio. Einwohner) gefällt uns.

 

Arequipa

 

Arequipa ist das logistische Hinterland von Bolivien, das ja keinen direkten Zugang zum Meer hat.

 

Sehr gut und wir können endlich wieder unserem Tanzbedürfnis frönen. Morgen werden wir uns das Länderspiel Brasilien - Chile der Copa América anschauen und danach muss ich mich leider auch von Beat verabschieden, da bald mein letzter und wohl eindrücklichster Trip auf die Galapagos statt findet, bevor ich mich wieder dem Spanisschstudium in Cuenca widme.

 

Gruss und Kuss

Nicole

 

 

 

 

 

Nationalpark Madidi:

Dschungeltour

(8 Tage, 7 Nächte)

 

Erster Tag:

Treffen am Flughafen
Transport nach La Paz (3 Sterne Hotel)

Zweiter Tag:

Transport zum Flughafen für den Flug nach Rurrenabaque
Unterkunft im Hotel "Rurrenabaque"

Dritter Tag:

Schifffahrt auf dem Fluss Beni bis zur Ankunft auf dem Campingplatz am Ufer des Flusses (3 Fahrtstunden)
Mittagessen am Nachmittag Spaziergang im Dschungel, um die grosse Vielfalt exotischer Bäume und Medizinpflanzen kennenzulernen
Rückkehr zum Campingplatz
Abendbrot

Vierter Tag: 

Nach dem Frühstück erneuter Spaziergang im Dschungel um das Leben dort zu beobachten
Mittagessen freier Nachmittag
Abendbrot

Fünfter Tag:

Nach dem Frühstück Abfahrt vom Campingplatz im Boot mit Halt im Tal der Parabas, um das Leben dieser Vögel zu beobachten nach dem Mittagessen Rückfahrt nach Rurrenabaque
Übernachtung im Hotel Safari

Sechster Tag:

Transport zum Flughafen für den Rückflug nach La Paz
Treffen und Transport vom Flughafen zum Hotel
wahlweise Stadtrundgang durch La Paz
Transport zum Flughafen

Preis pro Person $ 460.00 (ab 2 Reisenden)

Amazon man

 

Blue Paraba

 

 

Anaconda or Sicuri

 

Salar de Uyuni

 

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215 Kilometer Schotterpiste ist die Entfernung von Potosi nach Uyuni und zum Salar de Uyuni, dem größten Salzsee der Welt. Der Bus mit Vierradantrieb benötigte achteinhalb Stunden für diese Strecke. Die Landschaft unterwegs ist recht eindrucksvoll und abwechslungsreich. Viele Dörfer oder gar Städte gibt es auf dem Weg freilich nicht.

Nur selten begegnet man anderen Fahrzeugen auf der Strecke

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Lamas, die wohl berühmtesten Ureinwohner der Anden

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Ausser ein paar Lamas gibt es kaum Landwirtschaft in dieser Gegend

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Eine einsame Bahnstation inmitten des Nirgendwo

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Kakteen und eindrucksvolle Felsformationen

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Manchmal fühlt man sich an den wilden Westen erinnert

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Ein Eisriese am Horizont

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Eine weitläufige Landschaft

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Festgefahren: Dieses Fahrzeug hatte Probleme beim Überqueren eines sandigen Flussbettes

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Eines der wenigen Dörfer auf der Strecke

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Uyuni

Die Stadt Uyuni liegt auf 3670 Meter Meereshöhe. Ca. 12000 Menschen leben in dieser trostlosen Gegend. Die Stadt wurde 1889 aus strategischen Gründen angelegt. Viel zu sehen gibt es nicht in dieser Wüstenstadt, doch dient Uyuni als Ausgangspunkt zum Salar de Uyuni.

Uyuni bietet endlich wieder Einkaufs- möglichkeiten nach der langen Fahrt von Potosi

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Die Avenida Ferroviaria

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Fahrt zum Salar de Uyuni

Der Salar de Uyuni ist der größte Salzsee der Welt. Der See ist etwa 160 km lang und 135 km breit. Die Salzkruste soll zwischen zwei und sieben Metern betragen. In der Trockenzeit verdunstet das Wasser komplett. In der Übergangszeit zwischen Regen- und Trockenzeit, meine Reisezeit, gibt es meist noch ein paar Zentimeter Wasser auf der riesigen, weissen Salzfläche. Mit einem Bus oder Geländewagen ist der See dann passierbar. Ziel war das berühmte Salzhotel inmitten des Sees. Mit dem alten chinesischen Bus kam man nur langsam vorran. Der Grund war schnell gefunden: Der Gaszug war gerissen, der Bus fuhr sozusagen nur mit Standgas.

Uups, der Gaszug ist gerissen, so dass...

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...Reisegefährte Hermann den Bus mit seinem Hosengürtel beschleunigen musste

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Endlich am Salzsee

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Das Salzhotel

Das Hotel liegt inmitten der riesigen Salzfläche des Salars und ist tatsächlich komplett aus Salzblöcken gebaut. Und nicht nur die Aussenmauern, sondern auch ein grosser Teil der Inneneinrichtung, wie Tische, Stühle und auch die Betten (natürlich mit normalen Matrazen versehen). Das Hotel bietet die einmalige Möglichkeit, eine Nacht inmitten des Sees zu verbringen. Der Sonnenuntergang und der nächtliche Sternenhimmel waren jedenfalls überwältigend. Der nächste bewohnte Ort ist ca. 50 Kilometer entfernt. Einsamkeit total, von den Reisegefährten mal abgesehen.

Willkommensgruss am Salzhotel

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Die Inneneinrichtung ist komplett aus Salz gebaut...

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... genau, wie die Außenmauern

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Die Weite der Landschaft im Salar

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Diese israelische Reisegruppe blieb nicht über Nacht

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Ja! Das bin ich, barfuß im Salzwasser

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Noch ein Bild vom Salzhotel in der Abenddämmerung

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Sonnenuntergang im Salar de Uyuni

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Morgendämmerung!

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morgendliche Lichtspiele

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Eisenbahnfriedhof bei Uyuni

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Aus organisatorischen Gründen ging es von Uyuni wieder zurück nach Potosi, wodurch leider ein ganzer Tag verloren ging.

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