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Heyerdahl,
Thor
Heyerdahl, Thor (1914-2002), norwegischer Anthropologe und
Forschungsreisender, der vor allem durch seine Forschungen zum
Wanderungsverhalten verschiedener alter Völker bekannt wurde.
Heyerdahl
wurde am 6. Oktober 1914 in Larvik geboren. Er studierte in Oslo neben
anderen Fächern auch Zoologie und Geographie. In der Hoffnung, beweisen zu
können, dass bereits die Erstbewohner Südamerikas zu Pazifikinseln gefahren
sein könnten, segelte er 1947 mit einem Balsafloß (denjenigen präkolumbischer
Einwohner nachgebaut), der Kon-Tiki, erfolgreich in 101 Tagen die
6 920 Kilometer von Callao (Peru) zu den Tuamotu-Inseln (Polynesien).
Heyerdahl leitete archäologische Expeditionen zu den Galápagosinseln (1954), zur Osterinsel und im Ostpazifik
(1955/56).
Um zu
beweisen, dass die alten Ägypter Südamerika hätten erreichen und die Hochkulturen
der Azteken und Inka vor 4 000 Jahren hätten gründen können,
versuchte Heyerdahl eine Atlantiküberquerung von Nordafrika aus in einem
Papyrusboot (Ra I, 1969; Ra II, 1970). Das erste Boot
sank nach 4 500 Kilometern, beim zweiten Überquerungsversuch
erreichte die Mannschaft in 57 Tagen Bridgetown (Barbados). In den späten
siebziger Jahren brach Heyerdahl zu einer 9 980 Kilometer langen
Expeditionsreise in einem Schilfrohrboot (Tigris) auf, um eine mögliche
Wanderungsroute der Sumerer vor 5 000 Jahren (vom Irak in den
Indischen Ozean) zu beweisen. Diese Reise musste wegen Kämpfen in Äthiopien
abgebrochen werden, die eine Einfahrt des Bootes in den Hafen Mitsiwa unmöglich
machten. Anfang der achtziger Jahre entdeckte Heyerdahl Reste einer alten Hochkultur
auf den Malediven. Er ist der Autor von Kon-Tiki (1948), Aku-Aku (1957)
und Expedition Ra (1970). Sein Film über die Kon-Tiki-Reise
gewann einen Oscar (1951). Thor Heyerdahl starb am 18. April 2002 in Colla
Michari.
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