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Berichte

 

 

Montag, 26.05.03

San José

 

Holá!

 

 

Nach 24 h Flug erreichte ich ziemlich erschoepft San José. Gott sei Dank

wartete draussen vor den Taxis der Leiter der Sprachschule mit einem Schild:

Ivonne. Meine Bitte zuerst einmal kein Spanisch zu sprechen wurde auch

erhoert...

 

Die Schule ist ganz klein, im Moment hat es nur acht Schueler. Ich bin in

einer Klasse mit drei anderen. Das garantiert schnellen Lernerfolg, ich habe

auch schon extrem viel gelernt. Die Lehrer sind total hilfsbereit, sie

informieren ueber alles: die Stadt, den Ausgang, Ausfluege, Schlangen... A propos

Schlangen, sollte man einer begegnen, niemals mit den Fuessen auf die Erde

stampfen, das macht sie agressiv! Ein Schlangenbiss bedeutet dein Todesurteil,

denn es braucht literweise Antiserum, aber normalerweise begegnet man ihnen

nicht wenn man schoen auf dem Weg bleibt.

 

Die Gastfamilie ist eine typische costaricanische Familie. Sie hat ausser

mir noch drei andere Studenten aufgenommen. Jeden Morgen gibt es Papaya,

Ananas, Wassermelone, Avocado und natuerlich Gallo Pinto (Reis mit Bohnen).

 

Die Luft ist wegen dem Verkehr ziemlich verdreckt, jedoch kein Vergleich mit

Bombay. Es ist auch viel sauberer als ich erwartet habe. Jeden Morgen hat es

strahlenden Sonnenschein. Am Nachmittag regnet es wegen dem Monsun in

Stroemen.

 

Es gibt hier extrem viel zu entdecken und ich bin erst angekommen.

 

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Dienstag, 3.06.03

Manuel Antonio

 

Hola!

Ich bin jetzt bereits die zweite Woche hier in San José. Am Wochenende bin
ich mit Andy und Eric, zwei Schweizer, und mit Kirstie und Sam, zwei
Australierinnen nach Manuel Antonio gefahren. Manuel Antonio ist ein Nationalpark an
der Pazifikkueste, einer der schoensten Straende von Lateinamerika befindet
sich innerhalb des Parkes. Im Park hat es enorm viele Tiere und Pflanzen, ich
habe ganz viele mir unbekannte Tiere angetroffen. Am Strand hatte es hermits,
kleine Krabben, die wie Muscheln aussehen und wenn man sie in die Hand nimmt
ploetzlich zu laufen anfangen. Sam haelt hermits als Haustiere in Australien..

.Im Wald hatte es ueberall rote Krabben, die auf dem braunen Waldboden einen
schoenen Kontrast bildeten. Hoch oben in den Baumen hielten sich natuerlich
Affen auf und nach vier Stunden habe ich ein Faultier gesehen. Zuerst war es
ganz still, dann fing es an sich ganz langsam zu bewegen (kein Wunder werden
sie Faultiere genannt). Nachdem es einige Meter geklettert war hielt es an,
kehrte sich so dass wir seinen Kopf sehen konnten und putzte sich mit seinen
Krallen. Etwas spaeter kam noch eine andere Touristengruppe dazu, so dass wir
zu zehnt heraufstarrten. Das Faultier genoss es offensichtlich und schien
richtig zu posieren. Es hatte auch jede Menge Chamaeleons, Voegel,
Schmetterlinge und wir haben auch Tucane von von weitem gesehen.

Unser Hotel befand sich in der Naehe des Parks, am Abend gab es in kleiner
Dosis Beach- und Partyatmosphaere und excellenten Fisch - ein willkommener
Wechsel zu San José. Die Moskitos haben mich dort fast aufgefressen, ich habe
mindestens 30 Mueckenstiche. Jetzt versuche ich mal ob Vitamin B etwas hilft,
gewisse Leute werden einfach weniger gestochen (claro habe ich eingesprayt).

Naechstes Wochenende geht es zum Arénal, ein Vulkan der jeden Tag
ausbricht....

Liebe Gruesse

Yvonne

 

http://www.manuelantoniopark.com/index.html

 

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Sonntag, 9.06.03

Arenal

 

Halo

 

Wie gesagt bin ich in einer kleinen Schule. Diese Woche sind wir gerade

sechs Schueler. Fuenf Schueler bei Barnard und ein Schueler bei Cladice.

Der Unterricht bei Barnard ist total lustig, er macht dauernd Witze, so dass

der Unterricht sehr unterhaltsam ist, obwohl wir fast nur Grammatik ueben. Die

Gegenwartszeiten haben wir abgeschlossen und sind jetzt beim Futur und den

Vergangenheitsformen. Ich mache noch ein totales Durcheinander bei diesen

Zeiten, aber wie mir Barnard versicherte, werde ich noch drei Wochen lang ueben

koennen. Verstehen kann ich schon ganz gut, aber ich spreche noch nicht besser als

ein Kind (baby talk).

 

San Jose ist absolut genial zum Einkaufen. Es hat enorm viel Auswahl und

die Preise sind natuerlich billiger als bei uns. Besonders Schuhgeschaefte

gibt es en masse. Da ich bereits zuviel eingekauft habe muss ich mich ab jetzt

zurueckhalten. Es hat auch viele Kleider, Tops in verschiedenen Farben und

Schnitte soweit das Auge reicht. Die Qualitaet ist nicht immer top, aber

so gut wie H&M auf jeden Fall.

 

Es hat grosse Maerkte, auf denen es enorm viel zu sehen gibt. Das beste

ist, dass ich lesen kann was geschrieben steht, nicht wie in Indien oder

Thailand, so lerne ich jeden Tag neue Woerter.

 

Am Wochenende habe ich mir den Vulkan Arenal angesehen. http://www.arenal.net/

Nach fuenf Stunden Fahrt, der Bus hat x-mal gehalten um Leute auf der Strasse mitzunehmen,

dies obwohl er direkt gewesen waere, sind wir in Fortuna angekommen. Kaum dort

haben wir eine Tour gebucht. Zuerst liefen wir mit dem Fuehrer durch den

Regenwald. Wir sahen Affen und Tucane. Anschliessend kamen wir zu einem

Aussichtspunkt, und waehrend der Fuehrer die Geschichte des Arenals

erzaehlte lichtete sich der Nebel und wir sahen den Arenal. In dieser Jahreszeit ist der

Arenal meistens von Nebel umgeben, es kann durchaus sein, dass man ihn den ganzen

Tag nicht zu Gesicht bekommt. Als vor etwa 30 Jahren der Arenal ausbrach

wussten die Einheimischen nicht, dass sie neben einem Vulkan wohnten. Es hatte

dazumal keine Vulkanologen. In der Folge starben viele Menschen.

 


Reiselustige treffen sich an der Bar einer Thermalquelle

 

 

Daraufhin besuchten wir die Thermalquellen, deren Wasser direkt aus dem

Arenal gespeist wird. Die Stimmung im Thermalbad war ausserordentlich gut,

es war bereits Abend und die Lichter waren an. Rund um die Becken hatte es

Palmen, in einem Becken hatte es eine Bar wo man ein kaltes Bier oder Cocktails

bestellen konnte. Die Temperaturen in den Becken reichten von 30 bis 65

Grad. Bei 65 Grad habe ich natuerlich nicht gebadetet. Ploetzlich rief uns der

Fuehrer und machte uns auf den Vulkan aufmerksam der Lava spuckte. Wir zogen uns

schnell um und fuhren mit dem Bus von den Thermalquellen weg um das

Spektakel im Dunkeln besser sehen zu koennen. Die Lava lief immer wieder auf einer

Seite den Berg hinunter. Es war sehr eindruecklich. Anscheinend hatten wir mega

Glueck mit dem Wetter, denn in San Jose regnete es das ganze Wochenende.

 

Diese Woche werde ich nochmals versuchen einen Salsaladen zu finden, denn

hier ist amerikanische Musik mega im trend. In "El Pueblo" spielten von

zehn Discos gerade eine Salsa und dort hatte es keine Leute. Andere Orte in

denen Salsa gespielt wird gelten als unsicher, weil sich dort die clasa baja

aufhaelt.

 

Liebe Gruesse

 

Yvonne

 

http://www.educeth.ch/stromboli/index-de.html

 

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16.06.03

Cahuita NP

 

iHola!

Dieses Wochenende fuhr ich mit Tatjana, einer Schweizerin, nach Puerto
Viejo. Eigentlich wollten wir in Cahuita aussteigen. Da jedoch niemand ausser uns
in Cahuita aussteigen wollte, der Bus nicht mehr als zwei Sekunden anhielt,
es regnete, dunkel war und der Busfahrer Cahuita auch nicht ausgerufen hatte,
fuhren wir halt nach Puerto Viejo weiter. Im nachhinein waren wir ganz froh,
denn Cahuita ist schon sehr verschlafen. Cahuita ist aber nur 30 min von
Puerto Viejo enfernt, darum fuhren wir am naechsten Morgen mit dem Lokalbus zum
Nationalpark. Am Eingang kaufte Tatjana frisch geschnittene Ananas. Nachdem
wir waehrend zwei Stunden dem Strandweg entlang durch den Wald gelaufen waren,
raschelte es ploetzlich ueber unseren Koepfen. Einen Atemzug spaeter fauchte
mich ein Kapuzineraffe auf Kopfhoehe an, worauf ich sofort zurueckwich.
Daraufhin stuerzte er sich auf Tatjana und riss ihr den Sack mit den Ananas aus
den Haenden, sie hat natuerlich sofort losgelassen. Der Affe riss den
Plastiksack auf und tat sich an den Ananas guetlich, er liess sich durch unsere
Blitzlichter in keiner Weise stoeren. Kurz darauf tauchten noch zwei weitere Affen
auf um ihren Anteil zu sichern. Was fuer ein perfider Raubueberfall!

Der Strand war wieder wunderschoen, das Wasser extrem warm, das Wetter
traumhaft bis es gegen 15 Uhr zu regnen anfing.

Cahuita und Puerto Viejo liegen an der Karibikkueste. Es hat viele Schwarze
und die Leute sprechen eine Mischung aus Spanisch und Englisch. Mit den
Touristen wird nur Englisch gesprochen, auch wenn man gerne Spanisch reden
wuerde...

Am Samstagabend ging Tatjana schon frueh schlafen, also ging ich alleine in
die Disco, in der ganz Puerto Viejo feierte und 50 m von unserem Hotel lag.
Die Stimmung war echt gut, vor der Disco hatten sie am Strand Tische und
Stuehle aufgestellte. Dazu war es Vollmond.

Die Rueckfahrt verlief gut, jedoch etwa eine Stunde vor San Jose musste der
Bus in den Bergen wegen einem Erdrutsch umkehren. Wir standen zuerst eine
halbe Stunde bis der Busfahrer nachschaute was ueberhaupt los war. Antstatt um
20h30 kamen wir erst um 24h an. Der Busfahrer fuhr waehrend vier Stunden ohne
Halt durch, nur fuer die Maenner gab es einen WC Halt von zwei Minuten. Der
Chauffeur wollte sogar weiterfahren bevor alle wieder eingestiegen waren. Laut
einem Einheimischen spinnen hier alle Busfahrer. Es regnete extrem und die
Strassen waren mega kurvig und eng, doch schlussendlich kamen wir heil in San
Jose an.  Um 6h30 klingelte bereits wieder der Wecker.

Das naechste Wochenende werde ich wohl in San Jose bleiben um ein wenig Geld
zu sparen, denn an den Touristenorten ist es schon teurer als ich es mir
vorstellte.

Muchos besitos

--
Yvonne

 

 

 

http://adventure-costarica.com/viajes/parques_nacionales/caribe_sur.htm

 

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Ergänzungen zur Einführung

 

 

Nicole  Maissen ist zur Verstärkung der Berichterstattung zu Costa Rica über Miami nach
San José geflogen. Sie wird mittels einer elektronischen Kamera Dokumente einbringen

 

 

 

Hallo ihr alle 

 

27.06.03

 

Endlich ist es soweit und meine heiss ersehnte Reise nach Miami und Costa Rica ist nur noch ein paar Stunden entfernt...
Ich freue mich so sehr!

 

Von meinen Erlebnissen werde ich euch zwischen Hightech-Grossstadt und Urwald-Trekking berichten.

 

Für alle, welche nicht oder später in die Ferien fahren, schicke ich euch anbei eine kleine Aufmunterung,
damit ihr nicht vergesst, wie schön auch die Schweiz ist.

 

Dieses Foto hat einer unserer amerikanischen Gäste gemacht.


Wie ich glaube, ist es die Aussicht von Wengen.

 

Bis bald und liebe Grüsse

 

Nicole

 

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Hallo zusammen

 

Zurzeit sitze ich in einem relativ grossen Internetcafe mitten in den Bergen (cloud forest of Monteverde), wo die Verbindung interessanterweise sehr schnell ist, obwohl wir uns in einem Blechhuettendorf befinden. Meine ersten Ferientage waren traumhaft und mittlerweile habe ich mich sogar auch wieder an das Reisen und an die einfachen Unterkuenfte gewoehnt.

 

Meine Flug nach Miami war ziemlich unspektakulaer, ausser dass das Flugzeug entsetzlich kalt klimatisiert war und ich mir gleich zu Beginn eine Erkaeltung eingefangen habe, an der ich bis gestern zu beissen hatte. Es war ein ziemlich befreiendes Gefuehl nach Miami zu fahren ohne irgendwelche Verpflichtungen zu haben und zu wissen, dass mein Leben momentan in der Schweiz staffindet. Die Immigration verlief in Rekordzeit (15 Minuten) und Ralph fand ich dann ca. eine Stunde spaeter, da wir beide an einem anderen Ort warteten. Die Tatsache, dass ich ohne Uhr und Natel reiste, fand ich ziemlich muehsam. Mittlerweile habe ich mir aber wieder eine Uhr angeschafft, darauf konnte ich beim besten Willen nicht verzichten. In Miami habe ich ebenso Dalia und Claudia getroffen und eine sehr gemuetliche Zeit verbracht. Es war alles so lustig und es machte mir sogar Spass in den Publix (Supermarket) zu gehen. Leider waren zwei Tage einfach ein bisschen kurz und ich konnte wegen dem Jet Lag auch nicht mein ganzes vorgeplantes Programm mit Disco etc. durchziehen.

 

Am Sonntag ging es dann weiter nach San Jose. Die Ankunft dort war nicht berauschend. Fuer die Immigration musste ich fast eine Stunde anstehen. Meinen Rucksack wollte ich dann wie gewohnt vom Fliessband abholen und wartete sicher 10 Minuten, bis ich realiserte, dass die Gepaeckstuecke weiter hinten auf einem Haufen lagen. Als ich dann endlich mein Gepaeck auf den Ruecken schwingen wollte, fiel mir der Inhalt aller Aussentaschen hinuter und verteile sich ueber das Gepaeck der uebrigen Passagiere. Man hatte meine Sachen kontrolliert, aber dann die Reissverschluesse nicht richtig zugezogen. Die Touris (meist Amis) waren dann aber sehr hilfsbereit und sammelten mir alles ein, obwohl ich mir Kommentare wie (hey girl, you are thorwing your staff everywhere) anhoeren durfte. Am Eingang wartete Yvonne (sie waere fast schon gegangen, da sie dachte wir haetten uns verpasst) und wir nahmen dann gleich den Bus in die Innenstadt. Das Zentrum war an diesem Abend dunkel und ziemlich verlassen, sodass ich mir schon Gedanken machte, wo ich wohl gelandet sei.

Am naechsten Morgen war aber alles anders und ich kriegte fast einen Flash als ich auf die Strasse ging. Es lief ein Treiben wie in einem Bienennest. Der Grund ist, dass in Costa Rica das Leben sehr frueh statt findet. Ich habe mich ebenfalls diesem Rhytmus angepasst und stehe meist so um 6.30 Uhr auf. So frueh schaffe ich es sonst nicht einmal, wenn ich zur Arbeit muss.

 

San Jose ist eine nette Stadt und Yvonne hat sich bereits bestens als Reisefuhrer bewaehrt. Ihr Spanisch hat enorm Fortschritte gemacht und ich ueberlasse ihr somit gerne die Konversation mit den Einheimischen. In der Hauptstadt haben wir zwei Naechte verbracht und nahmen dann den Bus in das Doerfchen Fortuna. Dort liegt der beruehmte Vulkan Arenal, welches der aktiveste Vulkan in ganz Zentralamerika ist. Wenn das Wetter schoen ist, sieht man die Lava hinunterstroemen. Wir hatten dieses Glueck nicht, obwohl wir sogar einst um 5 Uhr morgens den Wecker gestellt haben, da um diese Zeit die Chance einen Blick zu erhaschen anscheinend die Groesste ist. Dafuer haben wir einen Trekkingtrip durch den Regenwald gemacht, auf dem wir viele Affen, Insekten und Voegel sahen. Ich glaube ich habe sogar eine Schlange gesehen, aber da bin ich mir nicht mehr so ganz sicher, da ich die einzige in der Truppe war, welche sie erspaehnte. Nach dem Trekking nahmen wir ein wunderbares Bad in einem heissen Thermalbadeort. Die haben dort Quellen in 7 verschiedenen Temperaturen umringt von vielen tropischen Pflanzen und einer famosen Bar, wo es echt leckere Cocktails gibt. Da koennte man noch direkt das Mixen lernen.

 

Auf dieser Tour haben wir dann auch Bekanntschaft mit einer Schweizerin, einem Chilenen und einem Norweger gemacht. Diese Leute sind alle seit Monaten am reisen und der Chilene ist in der Schweiz aufgewachsen und lebt sogar auch in Bern, was recht lustig war. Eigentlich wollten Yvonne und ich mal einen Tag auspannen, aber wir haben uns dann entschlossen mit den oben genannten Personen auf eine Biketour zu gehen. Mein Gott, dies war vielleicht anstrengend. Wir wollten eigentlich nur zum See fahren, welcher nur 12 Kilometer entfernt ist. Die Hoehenluft, der steile Weg und die brennende Sonne machten das Ganze aber zu einer happigen Uebung und ich habe so geschwitzt, wie schon lange nicht mehr. Am Stausee angekommen, waren wir etwas enttauescht von der Aussicht, Nicht einmal ein Restaurant gab es dort. Gluecklicherweise fuhr dann aber ein Lastwagen vorbei, welcher fuer uns Kokosnuesse bereit hatte. Selten hat diese Frucht so gut geschmeckt. Als Belohnung fuer die Anstrengung fuhren wir dann erneut zu den Thermalquellen, wo wir es uns richtig gut gehen liessen.

 

Heute sind wir dann fruehmorgens mit Roessern von Fortuna nach Monteverde aufgebrochen. Dies war ein ultimatives Erlebnis. Wir sind durch Pfade marschiert, welche nur per Pferd erklimmen werden koennen und hatten spektakulare Ausblicke auf den Regenwald. Mit von der Partie war ein typisches Amipaerchen, an das wir uns mit der Zeit aber auch gewoehnt haben. Yvonne erschien dem Fuehrer als besonders sportlich und er wollte ihr gleich das schnellste Pferd (tempesta / Sturm) andrehen. Da dieses dann aber wohl doch zu wild war, kriegte sie dann die (tortuga/ Schildkroete), welche aber nur am Anfang lahm war, so wie es der Name ahnen laesst. Am Schluss holte sie immer mehr auf und verscheuchte dauernd die anderen Pferde, sodass Yvonne nur noch den Kopf schuettelte und meinte ihr Vierbeiner sei loco/ verrueckt.

 

Nun sind wir wie gesagt in Monteverde angekommen, wo wir uns im Doerchen Santa Elena befinden. Morgen gehen wir auf eine Canopytour duch die cloud forest. Bei dieser Tour haengt man an einem Seil zwischen den Baumzipfel und schwingt sich dann von einem Baum zum anderen. Dies soll extrem viel Spass machen. Danach werden wir zur Kueste reisen, wo wir uns nach der sportlichen ersten Woche dem dolce far niente an der Beach hingeben werden.

 

Obwohl ich erst wieder seit ein paar Tagen unterwegs bin, hat mich das Reisefieber erneut gepackt und ich denke meine naechste laengere Reise wird wenn moeglich nach der Hotelfachschule ab Mai 2004 sein. Wer hat Lust mich fuer eine gewisse Zeit zu begleiten (Fragezeichen)

 

Ah ja uebrigens, was das Wetter betrifft, habt ihr es in der Schweiz besser. Hier ist es zeitweise eher kalt und ich werde wohl nicht besonders gebrauent aus meinen wunderbaren Ferien zurueckkehren.

 

Alles Liebe und viele Gruesse

Nicole

 

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Hallo!
4.07.03

Am Sonntag habe ich Nicole vom Flughafen abgeholt. Auf dem Hinweg leistete
mir im Bus ein junger Tico mit Lederjacke und Wollmuetze mit Hanfpflanze
Gesellschaft. War ganz lustig, ausser dass ich seinen Strassenslang nicht immer
verstand. Am Flughafen habe ich etwa 2 h mit hundert anderen Leuten auf Nicole
gewartet. Nachdem ich es schon fast aufgegeben hatte, kam sie endlich. Zum
Glueck erkannte ich sie an ihrem Schritt. Sie hatte Muehe gehabt um ihr Gepaeck
zu finden.

Am Montag besichtigten wir San Jose. Das Nationaltheater, den Markt, die
Schule und am Abend waren wir bei Angela zum Nachtessen eingeladen. Angela hatte
mega Freude an Nicole, blonde Haare und gruene Augen werden hier sehr
bewundert, und Nicole schmeckte das Essen.

Am Dienstag fuhr ich nochmals mit Nicole zum Arenal. Der Arenal ist schon
was besonderes in Costa Rica, den muss man einfach gesehen haben. Bei unserer
Ankunft war der Arenal frei von Wolken, dies sollte das erste und letzte Mal
so sein. Wir gingen in das gleiche Hotel wie letztes Mal und buchten wieder
die gleiche Tour. Der Guide war sehr aufgestellt und dynamisch, leider konnten
wir aber den Arenal nicht vollstaendig ohne Wolken sehen. Die Thermalquellen
waren erneut sensationell und die Pina Colada ausgezeichnet. Nach dem Bad
hatten wir aber kein Glueck. Der Arenal war nebelverhangen und so konnten wir
die Lava nicht sehen.

Am Morgen um fuenf versuchten wir es nochmals. Mit Nachthemd, Brille und
Badeschlarpen gingen wir auf die Strasse hinaus. Wieder nichts zu sehen.
Daraufhin brummelte der Nachtwaechter etwas von muy tarde.

Am nachsten Tag war Sport angesagt. Zusammen mit zwei Schweizern und einem
Norweger, die wir auf der Tour kennengelernt hatten, buchten wir Mountain
Bikes um an den Lago de Arenal zu fahren. Es war schoenes Wetter, der Arenal aber
war von Wolken umgeben. Fuer die Hinfahrt brauchten wir etwa zwei Stunden.
Wir mussten mehr bergauf als bergab fahren und so kamen wir alle ziemlich ins
Schwitzen. Die hohe Luftfeuchtigkeit behinderte ausserdem das Atmen. Der Lago
war nicht besonders schoen und es hatte auch kein Restaurant. Dafuer hatte
es ein Camion mit Kokosnuessen. Noch nie hat mir eine Kokosnuss so gut
geschmeckt.

Bei der Rueckfahrt machten wir wieder bei den Baldi Thermen Halt. Im Bad
konnten wir zuerst den Schmutz von der Strasse rauswaschen und dann mit einem
kalten Bier in der Haengematte doesen. Pura vida! Am Abend war wieder keine
Lava zu sehen. Wir unterliessen es nochmals um fuenf Uhr aufzustehen.

 


Yvonne und Nicole hoch zu Pferd im unwegsamen Gelände

Neben Trekking ist eine begleitete Tour ideal zum Kennenlernen der Natur

 



Heute durchquerten wir hoch zu Ross den Regenwald von Fortuna nach
Monteverde. Die Strecke durch den Wald war wunderschoen. Wir konnten auch zweimal den
Arenal fast ohne Wolken sehen. Zuerst gab mir der Fuehrer ein Pferd mit dem
Namen tempesta, es schien auessert temperamentvoll zu sein. Zum Glueck konnte
ich fuer tortuga wechseln. Tortuga war dafuer ein wenig loco, oder von
Nicaragua..Dauernd musste sie die anderen Pferde ueberholen und zweimal versuchte
sie sogar ein anderes Pferd zu beissen. Meine Reitstunden sind schon ewig her
und es ist nicht einfach diese Pferde zurueckzuhalten.

Nun sind wir in Monteverde. Das Dorf ist ausserst klein. Viele Hauser hier
sind aus Holz und haben Blechdaecher. Wohl eine aermere Gegend. Morgen werden
wir eine Canopy Tour machen, dabei faehrt man per Drathseil von Baum zu Baum,
und die Cloudforest besichtigen. In der Cloudforest herrscht fast 100
Prozent Luftfeuchtigkeit.

Liebe Gruesse aus Monteverde

Yvonne

 

 

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Hola

San José

10.07.03

 

Meine Ferien hier in Zentralamerika neigen sich schon bald dem Ende zu. Yvonne und ich sind erneut in San Jose und werden morgen noch den Vulkan Irazu besichtigen, bevor ich mich auf meine 22-stuendige Rueckreise mache.

 

Wie geschrieben waren wir in Monteverde. Der Nebelregenwald dort ist einfach wunderschoen. Noch nie habe ich solch eine faszieniernde Fauna und Flora gesehen. Zuerst haben wir das Canopying (Baumwipfeltouren) gemacht, welches enorm viel Spass machte und ich kann es bestens weiterempfehlen. Man hat das Gefuehl als schwebe man ueber den Baeumen. Danach konnten wir am gleichen Ort selbststaendig ueber Haengebruecken laufen, was ein tolles Erlebnis war. Selbstverstaendlich habe ich haufenweise Fotos geschossen. Ohne zu wollen, hat auch mich das Fieber der Digitalkamera eingeholt.

 

Am naechsten Tag nahmen wir den oeffentlichen Bus in Richtung Tamarindo. Die Touristenbusse waeren direkt gefahren, sind aber ziemlich teuer, weshalb wir den anderen Bus gewaehlt haben. Schliesslich wollte ich ja wie die Einheimischen reisen. Ob das so ne gute Idee war, bin ich mir nicht mehr so sicher. Nach 9 Stunden und zweimal umsteigen, sind wir dann ziemlich erschoepft angekommen. Im Busbuero hatte man uns gesagt, es gehe ca. 5 Stunden. Naja...

 

Tamarindo ist eine kleine touristische Surferhochburg mit einem wunderbaren weissen Sandstrand. Da momentan die Tiefsaison ist, findet jeden Abend in einem anderen Restaurant die fiesta statt. Am besten informiert man sich am gleichen Tag bei jemanden, schliesslich kennt man nach zwei Tagen das halbe Dorf, da man immer wieder die gleichen Personen antrifft. Von den vielen Toruisten waren viele Schweizer und somit sind wir gar nicht mehr so aufgefallen, was mir auch recht war. Ansonsten haben wir noch Bekanntschaft gemacht mit ein paar franzoesich sprechenden Wettkampfsurfern aus Guadeloupe und Martinique, welche ziemlich unterhaltsam waren. Am letzten Tag haben wir dann sogar das Surfen ausprobiert und ich muss schon sagen, dass dies ein ultimativer Sport ist, der mich durchaus faszinieren koennte, obwohl wir uns bis jetzt nur ca. 1 Sekunde auf dem Brett halten konnten. Wir haben viel gelacht und ich habe als Andenken drei schlimme blaue Flecken und einen kleinen Schnitt von einem Krebs, welcher sich im Wasser wohl von mir angegriffen fuehlte.

 

Costa Rica ist ein sehr angenehmes Land zum Reisen. Bis jetzt habe ich alles gegessen und noch keine Probleme gehabt. Vor allem schaetzte ich, dass es sehr sicher ist und einem die Ticos (Einheimischen) normalerweise nicht ueber das Ohr hauen wollen, so wie das in Indien der Fall ist.

 

Liebe Gruesse

Nicole

 

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Hallo!
San José, 12.07.03


Nicole ist gestern Morgen wieder nach Hause abgereist. Sniff. Ich nehme
nochmals fuer eine Woche Spanischstunden um mein Spanisch zu verbessern und werde
anschliessend fuer fuenf Tage an den Strand gehen.

Monteverde uebertraf meine Erwartungen bei weitem. Der Regenwald war
wunderschoen. Dadurch, dass so eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, ist der Wald
sehr dicht bewachsen und die Baume werden enorm gross. Alles sieht sehr "urchig"
aus, man fuehlt sich wie in einen Maerchenwald versetzt. Als Regisseurin
haette ich Lord of the Rings in Monteverde gedreht!

Das Canopy machte enorm viel Spass. Per Drahtseil faehrt man 200 m ueber dem
Waldboden von Baum zu Baum. Einfach nicht allzu fest nach unten schauen. Das
ganze dauerte zwei Stunden und es hatte 12 Stationen. Die Fuehrer waren alle
extrem jung und super sportlich.

Monteverde war sehr kalt, in der ersten Nacht holte ich mir prompt eine
Erkaeltung, da ich zu faul war den Schlafsack hervorzunehmen und die Decke und
Leintuecher nicht ausreichten. Das Fenster in unserer bescheidenen Unterkunft
war nicht ganz dicht, was sicher auch nicht weiterhalf.

Wieviel angenehmer war da die Temperatur in Tamarindo! Nach 8 Stunden Fahrt
mit drei Buessen, einen direkten oeffentlichen Bus von Monteverde nach
Tamarindo gibt es nicht, erreichten wir das Surfparadies. Der Strand war traumhaft.
Das Wasser malte wunderschoene Muster im nassen Sand und ueberall am Strand
hatte es haufenweise Muschel. Die Wellen sind perfekt fuer Anfaenger. Nicht
zu hoch, aber genuegend gross um zu surfen.

In einer Bar lernten wir eine ganze Gruppe von Surflehrer aus Guadelupe
kennen, die in Tamarindo fuer einen Wettkampf trainieren. Natuerlich nicht am
Anfaengerstrand. Im Juli hat es angeblich keine Wellen in Guadelupe. Ein
Suflehrer erbot sich dann auch am naechsten Tag an uns diese Sportart beizubringen.
Es machte enorm viel Spass, obwohl ich jeweils nicht mehr als 2 Sekunden
Stehen konnte. Ich kann mir aber jetzt vorstellen, wie es ist auf den Wellen zu
reiten. Man kann tatsaechlich suechtig davon werden. Ab sofort stehen
Surfferien weit oben auf der Liste.

In Tamarindo hatte es sowenig Leute, dass die Party am Abend jeweils nur in
einer Bar stattfand. Aber immer in einer anderen. Da gibt es wohl eine
Abmachung zwischen den Restaurantbesitzern. Nicole, mit ihrem Hotellierblick,
kannte sehr schnell 90 Prozent der Leute. Ich kannte jeweils nur die Haelfte. Es
hatte sehr viele Surfer und sehr viele Amis.

Ueberraschenderweise trafen nochmals die Schweizer vom Arenal. Sibylle
entdeckte uns bereits am ersten Abend am Strand. Da die zwei bereits seit 6
Monaten in Sued- und Mittelamerika unterwegs sind hatten sie viel zu erzaehlen.
Renato wohnt ebenfalls in Bern, bevor er seine Verwandten in Chile besuchen
geht, wollte er ein wenig herumreisen um sein Spanisch zu verbessern (ich kenne
das Problem).

Ich waere am liebsten bis am Schluss in Tamarindo geblieben, aber Nicole
wollte noch den Irazu anschauen. Also fuhren wir zuruck nach San Jose. Den Irazu
machten wir dann nicht, weil der direkte Bus nur Samstag und Sonntag faehrt,
dafuer fuhren wir auf den Poas. Als wir nach zwei Stunden Fahrt oben ankamen
war der Krater von Nebel umgeben. Wir konnten absolut nichts sehen. Also
liefen wir zur Lagune hinauf, die wir wegen dem Nebel ebenfalls nicht sehen
konnten. Nach einem Abstecher ins Restaurant versuchten wir es ein zweites Mal,
und tatsaechlich nach ein wenig Wartezeit lichteten sich die Wolken und wir
hatten eine wunderschoene Sicht auf den Krater. Das zweite Mal hat mir der Poas
noch besser gefallen als das erste Mal. Vielleicht weil ich solange warten
musste bis ich etwas sehen konnte?

Dieses Wochenende bin ich am Spanischlernen. Ich bin wieder in der gleichen
Klasse mit Jeremy und Nick. Zum Glueck sind die zwei Amis und nicht die
schnellsten in der Grammatik, so dass die Repetition am Montag auch ihnen gut tut.
Wir werden den Subjunctivo durchnehmen. Am Schluss werde ich wohl mehr oder
weniger die ganze Grammatik mal gehoert haben. Sie auch anzuwenden ist eine
andere Sache. Immerhin kann ich bereits Paolo Coelho lesen, der extrem einfach
schreibt.

Liebe Gruesse

--
Yvonne

 

 

 

Vulkan Poàs beim Lichten  des Nebel

Erkennbar ist ein Kratersee, vermutliche Natron und Fumarolen  (Dampf)

Aufnahme Juli 2003

 

 

 

 

Kloten Airport Freitag, 25.07.03

 

Yvonnes  Rückkehr  aus Costa Rica