Ochsenkarren:
Ein kleiner Sonntags-bummel durch die Rupununi-Savanne |
Balancieren:
Oft heisst es, über schlammige Löcher und tiefe Furchen zu balancieren
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Abgerutscht:
Der Rand bricht ab. Wir landen in einer tiefen Furche, die Vorderräder
hängen in der Luft. Bei der Bergung kommen unsere und die Seilwinde
eines Begleitfahrzeuges zum Einsatz
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Holzbrücke:
Die vielen Holzbrücken in Guyana’s Regenwald sehen nicht immer
vertrauenserweckend aus. |
Und was machten wir? Wir quatschten noch
einen Tag länger mit den vier Landcruiser-Pickup-Fahrern herum und mussten
langsam erkennen, dass es für uns trotz der Verlegung der schweren Dachlast
auch nicht möglich ist, ohne
grosse Schäden am Auto durchzukommen. Es soll einige Male vorkommen, dass
die Spuren der Bedford-Trucks komplett überquert werden müssen, und die sind
mit ihren 15.5-80R20-Reifen (118 cm hoch/36 cm breit) nicht gerade klein.
Weil nun inzwischen der Schlamm austrocknete und somit fast Zement wurde,
muss brutale Gewalt angewendet werden, indem so ein Bedford einem mit dem
Seil anhängt und einfach über zwei Gräben von ca. 1 - 1.5 m Tiefe und
jeweils ca. 0.6 m Breite hinüber zieht. Und das geht nun wirklich nur mit
praktisch leeren Pickups, die unten nicht noch einen Benzintank hängen
haben. Also kehrten wir auch wieder nach Lethem zurück und suchten nun einen
Bedford, der uns nach Linden hinauf (etwa 120 km vor Georgetown) auf seiner
Ladebrücke mitnimmt. Allerdings kostet dieses Unterfangen US$410, aber nach
Brasilien und Venezuela umkehren wollten wir nicht! Es war allerdings nicht
so leicht, weil die Fahrer lieber normale Fracht (Kisten, Fässer und Säcke)
transportieren, als ein 4.2-Tonnen-Auto, das bei ihrer Brücke hinten noch 50
cm heraussteht. Dabei kann man nur immer hoffen, dass es nicht wieder zu
Regnen anfängt. Denn dann müssen auch die Bedford-Trucks manchmal ihre ganze
Fracht abladen, sich gegenseitig durchwinchen und dann die Fracht von Hand
hinübertragen und neu aufladen. Und eine der Passagen soll etwa 1.5 km lang
sein!!! Allerdings soll kürzlich eine private Firma damit begonnen haben,
die ganze Misere erst nördlich des Essequibo-Flusses und dann südlich davon
mit Bulldozern einzueben Obwohl von etwa einem Monat Reparaturarbeiten
geredet wird, glaubt aufgrund der Guyana-Erfahrungen niemand so richtig
daran. Guyana scheint wirklich noch eines der letzten Abenteuer-Länder zu
sein - aber noch etwas zu früh für Rotel.
Urwaldblumen:
Diese
Schlingpflanzen mit den roten Blüten leuchten aus dem tiefen Grün des
Urwalds |
Urwaldriese:
Immer wieder stehen wir ehrfurchtsvoll vor Urwaldriesen des geschützten
Iwokrama-Regenwaldes in Guyana |
Abendstimmung:
Eine zauberhafte Abendstimmung bei unserem Camp bei Mabura Hills lässt
uns die Strapazen des Tages vergessen |
Kurzum: unser zweiter
Versuch nach Georgetown durchzukommen, misslang auch. Am 23.9. verluden wir
dann endlich unseren Toyota in Lethem auf einen Bedford. Um 1930 Uhr ging es
in Richtung Annai los, zuerst auf der relativ guten Schotterpiste, dann
durch Wellblech, und nach 56 km begannen die ersten Schlaglöcher und damit
unsere "Schifflischaukel" (nicht vor- und rückwärts, jedoch umsomehr
seitwärts). Die Federung des Bedfords, der von
Löchern auf der linken Spur in Löcher auf der rechten Spur plumpste,
verstärkte sich auf unsere Federung, und obwohl das ganze Chassis mit Ketten
so fest als möglich an den Rahmen des Bedfords heruntergezogen wurde,
schwankte unsere Kabine und noch mehr der Gepäckträger bedenklich, so dass
nach etwa weiteren 11 km der vordere linke, schon mal gebrochene und an-
bzw. durchgerostete Pfosten, der die Windschutzscheibe festhält, wegbrach -
einfach so. Der rechte Pfosten ist natürlich auch oben und unten
durchgebrochen, hielt jedoch die Scheibe noch etwas fest. Nach weiteren 7 km
mussten wir um Mitternacht aufgeben und an einer Strassenböschung mittels
unserer Sandblechen abladen. Uns wäre einfach infolge Altersschwäche der
ganze obere Teil abgebrochen und verschwunden - wir hätten plötzlich einen
Convertible gehabt. Der Truck fuhr gleich weiter, und wir stellten an der
Strasse unser Zelt auf. Am Dienstagmorgen schaukelten wir nach Lethem
zurück. Das prickelnde an der ganzen Sache war, dass wir in Lethem kein
Benzin mehr auftankten, weil uns ja der LKW nach Linden gebracht hätte und
dort der Treibstoff um einiges günstiger ist. Und so hofften wir aufs beste,
dass wir die 74 km zur Tankstelle schaffen können, liegt doch der Verbrauch
auf solchen "im 1. Gang-Strecken" bei rd. 35 lt./100 km. Und wenn's gut
geht, fährt pro Tag so etwa 1 Diesel-LKW durch, der natürlich kein Benzin
dabei hat! Na ja, es reichte - wieder einmal Glück gehabt! Der
Truck-Eigentümer hat dann übrigens netterweise unseren "Verlust" auf US$310
reduziert - war aber dennoch ein teurer Spass ohne Resultat!!!
Nun, ein Gerät für eine Schutzgasschweissung gibt es in Lethem nicht, so
kehrten wir vor einer Woche wieder nach Boa Vista in Brasilien zurück. Doch
auch im Hauptort des Staates Roraima mit über 250'000 Einwohnern schüttelt
man die Köpfe. Und weil ein ganzes Kabelbündel in den gebrochenen Holmen
verläuft, ist es die einzige Schweissart. Es gibt sie erst in Manaus oder in
Ciudad Guayana/Venezuela, beide etwa 800 km entfernt. Also haben wir eine
neue Nuss zu knacken, hoffen natürlich, dass in dieser Zeit auch an der
Piste nach Georgetown gearbeitet wird und wir unseren Plan, die drei Guyanas
zu besuchen, in absehbarer Zeit doch noch in die Tat umsetzen können.
Nun hoffen wir, dass bei Ihnen alles friedlich verläuft und senden Ihnen
herzliche Grüsse:
Emil & Liliana Schmid
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